Die Sache mit den Twitter-DM für alle

Liebes Internet, wir müssen mal reden.

Ich bin ja oft auf deiner Seite und nicke zustimmend, wenn du mal wieder forderst, dass man doch nicht jeden Mist erklären muss, schließlich sei ja diese und jene Information auf einen Mausklick zu finden. Das sei ja nicht so schwer, nicht wahr?

Ja, im Prinzip schon, aber als ich heute von der Arbeit kam, lief mir das hier über den Weg:

Krasse Nummer! Und das wo Twitter ja eh schon seit einiger Zeit gemahnt wird, dass es mal wegen der steten Trollerei und Hetze, die immer wieder vorkommt unternehmen soll.

Ja, das wäre in der Tat ein Kündigungsgrund, wenn einen jeder anschreiben könnte – gerade auf einem Medium, wo eigentlich gelernt ist, dass DM etwas sehr privates ist, im Gegensatz zu FB-Nachrichten oder Mail.

Aber, liebes Internet, das Problem ist gar nicht so schlimm, es ist nicht mal so vorhanden, wie du es in den Tweets schreibst. Guck:

“Now, Twitter said, the direct messages will operate for anyone who chooses to opt in to the feature. (…) Users can now turn on a setting that enables them to receive direct messages from anyone.”1cnet.com

Das ist übrigens genau der Artikel, der in all deinen Tweets, die auch reichhaltig retweeted wurden, verlinkt ist. Wir sind weiterhin cool, Internet, aber das nächste Mal, wenn du eine Horrormeldung retweetest oder jemand sagst, er solle doch selber recherchieren, erinnere dich bitte an diesen Moment. Wenigstens in einem von beiden Fällen, okay? Bitte? Danke. PS: Natürlich ist das eine Entwicklung, die man im Auge behalten sollte, weil sie später doch noch unschön geändert werden könnte.

Und: Das ist weit davon entfernt, eine perfekte Lösung zu sein. Ich persönlich hätte es ja lieber so eine Art “Reply-Mechanik”: Wenn ich Leuten eine DM schicke, die mir folgen, dürfen diese mir eine DM zurückschreiben, selbst wenn Sie mir nicht folgen.

Aber ich finde trotzdem, dass es nicht zuviel verlangt ist, keine Panikmache zu verbreiten. Oder?

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  1. Hervorhebungen vom Autor []

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12 Bilder vom 12. (April)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

Den 12. des Aprils hatte ich die Ehre mit Menschen zuzubringen, die noch nicht ganz so groß sind, was einige erstaunliche, interessante und lehrreiche Erfahrungen mit sich brachte. Nehmt zum Beispiel Ninjas, die generell als sehr gefährlich gelten, weil sie sich darauf verstehen, gleich zwei fürchterlich scharfe Schwerte zu benutzen. Aber das ist lächerlich gegen Kinder mit Luftballons.

Der Aufweckluftballon

In seiner Auswirkung auf das nichtsahnende Opfer ist das Schlaggewitter, dass durch die gleichzeitige Anwendung von zwei Luftballons auf das Ziel einprasselt, mindestens dreiundelfzigtausend Mal schlimmer. Zum Glück überlebte ich den Angriff einigermaßen unbeschadet und konnte sogar eine der Waffen sicherstellen.

Nachdem so der Traum eines volltagsfaulen Sonntags ausgeträumt war, verließen wir das Haus um zu einem gemeinsamen Frühstück zu schreiten.

Rebellion!

Die – durch die haarscharf der Todesgefahr entronnen – neu gewonnene Lebensenergie investierte ich sofort in eine rebellionistische Aktion gegen die Gentrifzierung unseres Stadtviertels.

Der aufmerksame Leser bemerkt, dass nun schon zwei bewegende, aufreibende Geschehnisse absolviert worden waren, ohne, dass bis jetzt die wichtigste Mahlzeit des Tages eingenommen worden war.

Lachsfrühstück

Nachdem sich die nähere und entfernte Familie1 in Kompaniestärke im Café Schönbrunn eingefunden hatte, konnte dieser missliche Umstand durch die Einnahme eines Lachsfrühstücks beseitigt werden.

Das Brot war gut, der Lachs war angenehm, der Sahnemerretich entsprach den Erwartungen. Überraschend war die mit Lavendel versetzte Erdbeermarmelade der besten Tischgenossin aller Zeiten, vielleicht sollte das Frühstücksblog sich diese Lokation einmal genauer anschauen. Das ich außerdem während des ganzen Frühstücks gegenüber der Kuchenvitrine saß, blieb nicht ohne Folgen.

Mohncremetorte

Die Idee Mohn mit Buttercreme zu kombinieren ist nicht schlecht, diese Umsetzung hat allerdings noch etwas Luft nach oben. Mein Vorschläg wäre die Einführung einer Fruchtschicht, da der Torte etwas frische Säuerlichkeit gut getan hätte.

Derart gestärkt ließ ich mich von den eingangs erwähnten nicht ganz erwachsenen Menschen zum Spielen nach draußen entführen. Anwesende Erziehungsberechtigte äußerten vorher die Vermutung, dass es aufgrund naher Gewässer dabei nicht ohne nasse Schuhe oder Schlimmeres abgehen würde.

Das Schuhproblem

Hochmotiviert übernahm ich daher alle gefährlichen Expeditionsaufgaben, wie zum Beispiel das Wiedererlangen von ins Gewässer verbrachter Stöcker. Nun… Der geneigte Leser wird sich denken können, wie das endete.2

So viel Einsatz musste belohnt werden! Eis! Sogar zwei Kugeln!

Dunkle Schokolade und Vanille

Die dunkle Schokolade war sehr schokoladig und die Vanille sehr vanillig. Manchmal will man ja gar nicht mehr.

Nachdem der “Draußen”-Teil des Tages damit abgeschlossen war, plünderte ich die Mitbringsel, die ein verspäteter Osterhase noch bei uns abgeworfen hatte.

Das war schon… seltam.

Noch ansehnlicher war das biologische Experiment, dass eine der nicht ganz so großen Menschen in ihrer Dose vollführt hatte. Weil für wissenschaftliche Experimente die Nachvollziehbarkeit wichtig ist: Einfach am Beginn der nächsten Ferien die Schultasche nicht ausräumen.

Das Experiment

Ihr dürft in den Kommentaren gerne raten, was das ist/war.

Während das biologische Spezialteam die Küche kärcherte machte ich mich an den Aufbau des Abendprogramms.

Fiat Lux!

Eigentlich wurde der Beamer für die neue Season von “Game Of Thrones” gebraucht, ich wollte aber die Gelegenheit gleich nutzen, um mir die aktuellen Gratisspiele bei Playstation Plus anzuschauen. Ich tendiere nämlich dazu, dass gerne mal zu verpeilen.

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Was ich natürlich nicht bedacht hatte, sind die elend langen Wartezeiten des Playstation-Networks. Die Zeit wurde aber gleich gut genutzt und dieser Artikel begonnen.3

Blogception

Leider ließ Motivation und Downloadrate stark zu wünschen übrig, deswegen wurde dann zum abschließenden Unterhaltungsprogramm übergegangen.

Better call him!

Die letzte Folge der ersten Staffel war für mich eine herbe Enttäuschung, weil da etwas passierte, was so gar nicht zu dem passte, was im Rest der Staffel aufgebaut worden war. Falls ihr da einen guten Erklärungsversuch habt, immer her damit.

Ansonsten war es einigermaßen anstrengend wirklich zwölf Bilder zu finden. Das liegt auch daran, dass ich nicht wirklich alles posten will4.

Weitere #12von12 gibt es hier: BuddenbohmLeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen. Habt ihr weitere Empfehlungen? Bin selber noch nicht ganz sicher, ob ich das im nächsten Monat wieder mache. Meinungen?

PS: Die Instagram-Embed-Funktion funktioniert nur mäßig wirklich und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

 

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  1. alleine die innerfamiliären Zusammenhänge dieses Tages aufzuschlüsseln, würde ein Lexikon füllen []
  2. Spoiler: Die dunklen Flecken auf meinen Schuhen sind Wasser. []
  3. Ja, das ist ein bisschen cheating. Aber wie soll ich sonst auf 12 Bilder kommen! Das ist gar nicht so einfach! []
  4. Es gibt noch ein sehr schönes Bild mit einem nicht ganz so großen Menschen, aber das gehört halt auch nicht hierher. []

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Kurze Frage: Mailprogramm am VPN vorbei routen?

http://monoxyd.de/20140810-ohm-008-ohne-heftige-mangel

Ich habe da ein kleines Problem. Seit neuestem benutze ich ein VPN und zwar Dank einer Empfehlung von @municode Private Internet Access. Die dazugehörige Software kann alles, was ich will: Zuverlässig die Verbindung aufbauen und falls die Verbindung scheitert, den Netzzugang für die Programme auf meinem Rechner vollständig sperren1. Was ganz praktisch ist, wenn man sich in seltsamen Netzen aufhält2.

Das Problem: Die meisten Mailserver nehmen über das VPN keine ausgehenden Mails entgegen. Ich kann verstehen, dass man das so macht um den eigenen Mailserver vor Spam zu schützen, aber ich frage mich jetzt, wie ich das Problem lösen kann, ohne jedes Mal, wenn ich eine Mail schicken will, dass eine VPN aus und ein anderes an zu machen3.

Die offensichtliche Lösung wäre im Mailprogramm irgendeinen Proxy einzurichten. Hat da jemand eine Empfehlung? Oder vielleicht sogar eine ganz andere Lösung? Wäre über hilfreiche Hinweise sehr dankbar.

[Update: Selber googlen macht schlau. m) Der VPN-Provider blockt SMTP. Darauf wär ich jetzt nicht gekommen…]

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  1. Im Gegensatz zur eingebauten VPN-Funktionalität meines Betriebssystems. []
  2. Zum Beispiel dem der Telekom. []
  3. Ich habe noch eines, dass über meine FritzBox läuft. Nicht ganz so komfortabel, nicht ganz so zuverlässig, aber tut es zur Not. []

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OHM #008 – Ohne Heftige Mängel

"Lac lake Balaton Hongrie Hungary Siofolk photo picture image" von SuperCar-RoadTrip.fr unter CC-BY

Wir haben ein Problem. Das Problem ist, dass wir glauben, dass wir verschlüsselt im Netz surfen, wenn im Browser die angegebene Adresse mit https:// beginnt. Das stimmt so nicht. Denn wie mit jeder Technologie, ist die Materie die hinter dieser Zeichenkette etwas komplizierter.

So kompliziert, dass ich in dieser achten Folge unserer herzallerliebsten Podcastreihe hart an meinem Erständnishorizont entlangsurfe, wenn mir Hannes (Github, Twitter) und erdgeist zu versuchen zu erklären, was daran alles kaputt ist und wie Hannes versucht hat, diese Technologie so neu zu implementieren, dass es diese Probleme nicht mehr gibt.

Sogar so kompliziert, dass diese Veröffentlichung dieser Aufnahme sich um ganze acht Monate verzögerte. Weil die Aufnahme nämlich auf seltsam-obskuren Datenträgern verschollen war.

Möglicherweise auch, weil ich die erste Aufnahme technisch verpeilt hatte und wir so lange gebraucht haben, um einen neuen Termin zu finden. So genau weiß man das nicht, aber das hier ist auf jeden Fall die sagenumwobene verschollene Folge.

Hören Sie also nun, was der Unterschied zwischen SSL und TLS ist, welche Probleme Implementationen haben und wieso es gut sein kann, ganz funktional zu programmieren. Die Geschichte beginnt – nach einer Einführung – am Strand von Marokko:

Play

OHM ist eine Kollaborationsproduktion der Herren @erdgeist & @monoxyd. Bei Gefallen abonnieren (RSS, iTunes), kommentieren (Artikel, iTunes) und flatterieren (erdgeist, monoxyd) Sie bitte reichhaltig.

So eine Art Shownotes:

Die Details zum TLS-Projekt von Hannes:

Schlagwortverzeichnis in der Reihenfolge des Erscheinens:

  1. SSL
  2. TLS
  3. IETF / RFC
  4. SSH
  5. Registrare / Certificate Authorities
  6. Registrarhack bei Heise: SSL-GAU: Ein Angriff im Cyberwar?
  7. Implementationen: OpenSSL / S-Channel / Secure Transport / GnuTLS / NSS
  8. Verschlüsselungsalgorithmen: AES / Triple DES
  9. 20 Jahre Angriffe auf TLS (featuring: Heartbleed / Poodle / Freak)
  10. Warum “Heil Hitler!” die Enigma entschlüsselte
  11. Warum die OpenSSL-API schlimm ist
  12. ASN1
  13. OCaml
  14. GMP-Library / libtls / ReSSL
  15. MAC
  16. Mirage OS
  17. Xen-Hypervisor
  18. Chaosradio 209: Open Source Finanzierung. (Featuring: Das Problem der fehlenden Softwareauditierung)
  19. Fuzzing

Bild: “Lac lake Balaton Hongrie Hungary Siofolk photo picture image” von SuperCar-RoadTrip.fr unter CC-BY

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The Problem with Action Movies Today

Seit Tagen habe ich diesen Tab offen, in dem dieses wunderbare Video hängt, in dem Chris Stuckmann ganz prägnant erklärt, was mit Actionfilmen nicht stimmt und ich dazu immer noch mal was Schlaues schreiben wollte, aber irgendwie will mir nichts einfallen und der Tab setzt schon langsam an und deswegen müsst ihr das jetzt selber gucken. Einfach so. Bitte schön:

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12. Bilder vom 12. (März)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme und das außerdem oft mit meinem Aluhut kollidiert, hat es eine Weile gebraucht…

Aber jetzt geht’s los!

15.3.1

Ich bin viel zu früh aufgewacht, aber so hatte ich wenigstens Zeit, mal den Comic “sommerblond” zu lesen. Drei sehr authentische Geschichten über persönliche Kämpfe und soziale Beziehungen. Wirkt so authentisch, dass ich am Anfang geglaubt habe, dass sei (auto)biographisch, was dann tatsächlich auch eines der Testimonials auf der Rückseite war. Empfehlenswert!

Nach zweieinhalb Jahren ist das Haus auf dem Nachbargrundstück zwar fast fertig1, aber aus irgendeinem Grund fängt der Baulärm jetzt noch mal richtig an2.

15.3.3

Heute ist es soweit! Card Crawl, ein kleines iOS-Spiel aus Berlin wird endlich offiziell veröffentlicht. Ich durfte schon eine Preview-Version spielen und scheitere ganz knapp daran, den Weltrekord der Weltmeisterin zu knacken. Argh. (Dazu gibt es auch ein YouTube-Video und einen Podcast mit der Weltmeisterin und den Machern von mir.)

15.3.4

Zum Frühstück sollte es Rührei mit Zwiebeln, gründen Paprika und arabischen Rindfleischwürstchen geben. Als alles fertig war, stellte ich fest, das kein Ei im Haus ist. Nun… War trotzdem lecker.

15.3.5

Der Rest des Vormittags ist der Erwerbsarbeit gewidmet. Gerade arbeite ich unter anderem daran, Social-Media-Auftritte zu analysieren und zu bewerten. Und bin immer wieder erstaunt, wie viel Zeit man da in Tabellen verbringt, da auch die gute alte Quote im neuen Gewand – zum Beispiel als Interaktionsrate – eine wichtige Rolle spielt.

15.3.6

Danach steht ein Familienbesuch an, der ungefähr zwei Stunden Autobahnfahrt erfordert. Der Wegproviant (Karottenvollkornbrot, Manchego) kommt aus dem Frischeparadies, in das ich eingefallen war, weil eine der großen Nahrungsmittelfragen ist: Gibt es wirklich leckeres Vollkornbrot? Wo bekomme ich spanischen Hartkäse her?

15.3.7

Diese Woche gab es Schwerpunktverkehrskontrollen gegen Gurtmuffel und Handyeinsatz am Steuer. Glücklicherweise war der Motor aus und ich war ja auch Beifahrer. Der Herzen. Ahem.

15.3.8

Was ich mir auch schon lange vorgenommen hatte: Endlich mal die Folge Leitmotiv zu hören, in der das Nuf zu Gast war. Hätte ich das nur alles früher gewusst!

15.3.9

Fühle mich langsam verfolgt. Wohin auch immer ich komme: Baustellen. In diese Straße fahre ich seit Jahren. Hier war noch nie eine Baustelle. Noch nie! Was ist da los?

15.3.10

“Sollen wir die Decke nicht mal austauschen? Ich mein, ist ja noch ein bisschen hin, oder?” – “Ja, ist schlimm, ne? Aber nee, lass mal liegen, die ist abwaschbar, das ist so schön praktisch.”

15.3.11

…und dann wieder Rückweg. Ohne Kaffee und Energydrink! Rekord! Der Beifahrer tobt sich derweil aus und ich wünschte, es gäbe auch ein paar Filter für das Berliner Stadtbild.

15.3.12

Zu Hause wartet dann der erste Teil des Fanpakets zu Hotline Miami 2: Wrong Number auf mich. Der Rest liegt noch beim Zollamt, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag.

Nachwort: Die Instagram-Embed-Funktion hat nicht wirklich funktioniert und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

Weitere #12von12 die mir über den Weg gelaufen sind: Das NufBuddenbohmLeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen. (Bis jetzt kenne ich das vor allem aus Elternbloggerkreisen. Wo gibt es das noch?

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  1. Yay! Gentrifizierung! \o/ []
  2. Jaja, das ist ein Cheat, weil das Video vom 11. ist, aber am 12. war es ganz genauso! Ich schwöre! []

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Re: Secure(st) Messenger

“Enigma” von floeschi (CC BY 2.0)
Oder: Warum ich es für verfrüht halte, Threema für Textsecure/Signal aufzugeben, wie es Ulf Buermeyer bei netzpolitik.org fordert.

tl;dr: Textsecure/Signal sind zwar Open Source, aber die App funktioniert praktisch nur mit Verwendung der eigenen Telefonnumer und Telefonbuchupload. Es gibt außerdem kein tragbares Geschäftsmodell.

Aber es ist doch Open Source?

Der Reihe nach: Gestern machte die Meldung die Runde, dass die App Signal in der Version 2.0 veröffentlicht wurde. Signal ist ein sogenannter Secure Messenger, also ein Chatprogramm, dass es ermöglicht zwischen zwei oder mehreren Smartphones verschlüsselt auszutauschen. Lesen können Sie also nur die Empfänge, aber nicht die Geheimdienste oder Telekommunikationsanbieter.

Signal hatte schon immer einen großen Vorteil: Es ist Open Source. Das ist bei Crypto-Software relativ wichtig, weil man nur so nachvollziehen kann, ob die Verschlüsselung wirklich funktioniert. Und es hatte lange einen entscheidenden Nachteil: Signal ist eine iOS-only Software.

Es gibt ein Gegenstück auf Android, das Textsecure heißt, aber die beiden Apps konnten nicht miteinander reden. Bis jetzt, denn mit Version Signal 2.0 können iOS- und Android-Nutzer auch verschlüsselt miteinander chatten.

Aber gab es da nicht schon was? Dieses Threema?

In der Tat: Threema ist ebenfalls ein Secure Messenger und etwas besonderes geschafft hat. Threema war die erste App, die verschlüsseltes Nachrichtenverschicken in einer bedienbaren und leicht verständlichen Form für Smartphones umsetzte. Die App funktioniert sogar ganz ohne die Verwendung von Telefonnummern und man wird auch nicht gezwungen diese hochzuladen.

Aber Threema hat einen entscheidenden Nachteil: Es ist nicht Open Source. Der Quellcode der Komponente, die für die Verschlüsselung sorgt, ist zwar verfügbar, aber man kann sich nicht endgültig sicher sein, was in der App steckt. Ein Umstand, den wir schon vor zwei Jahren in einem Interview mit Manuel Kasper von Threema bemängelt hatten.

Die zweitbeste Lösung nach Offenlegung des Quellcodes ist eine Untersuchung des Codes von einer dritten, unabhängigen Firma. So was ist teuer und bis jetzt bei Threema nicht passiert. Und das ist der Grund, warum jetzt mit dem Erscheinen von Textsecure/Signal dazu aufgefordert wird, Threema hinzuschmeissen.

Klingt logisch: Open Source > Closed Source. Was stört dich daran?

Es fehlt ein Finanzierungsmodell. Derzeit wird Textsecure/Signal anscheinend durch die Freedom of the Press Foundation und den Open Tech Fund finanziert und hat Verschlüsselungstechnologie an WhatsApp verkauft. Damit kommt bestimmt einiges an Geld zusammen, ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist das aber nicht.

Ganz im Gegenteil ist der Service mit einem Startup vergleichbar: Es gibt eine Anschubfinanzierung, aber niemand weiß, wie damit langfristig Geld verdient werden kann. Wie die jüngere Geschichte zeigt, bedeutet das entweder, dass der Service irgendwann abgeschaltet oder die Daten der User zu Geld gemacht werden1.

Außerdem wird der Open Tech Fund während seiner US-Regierungsnähe kritisiert. Zumindest in meiner Timeline ist wiederum diese Kritik umstritten, da auch andere gute Cryptoprojekte Regierungsprojekte sind/waren. Ich glaube persönlich nicht an eine fiese Backdoor im Code, aber durchaus daran, dass ein Funding auch mal eingestellt werden kann, wenn es opportun erscheint und dann siehe oben2.

Ja, na gut. Das mit dem Geld. Sonst noch was?

Als WhatsApp beim Bekannt- und Berühmtwerden in die Kritik kam, war einer der Hauptkritikpunkte der Upload des eigenen Telefonbuchs auf den WhatsApp-Server. Fast dieselbe Technologie verwendet auch Textsecure/Signal. Einziger Unterschied: Auf die Adressbuchdaten wird Mathematik angewendet, so dass nicht die eigentliche Telefonnummer hochgeladen wird, sondern ein Kennwert.

Das hilft leider gar nichts. Und das sage ich nicht, weil ich den Code von Hand nachgeprüft habe, das schreiben die Macher von Textsecure/Signal selber:

As far as we can determine, practical privacy preserving contact discovery remains an unsolved problem. For RedPhone, our user base is still manageable enough (for now) to use the bloom filter technique. For TextSecure, however, we’ve grown beyond the size where that remains practical, so the only thing we can do is write the server such that it doesn’t store the transmitted contact information, inform the user, and give them the choice of opting out.

Das Problem hierbei: Das Opt-Out ist nicht wirklich praktikabel. Ich habe es heute versucht und die App wird dadurch weitgehend unbenutzbar. Dazu kommt: Die User werden über ihre Handynummern eindeutig identifiziert, diese unnötigen Metadaten fallen also auf jeden Fall an. Und warum das gefährlich ist, wurde ja schon hinreichend geklärt.

Ja gut, sind halt auch nicht perfekt. Was soll’s?

Was mich an der Aufforderung Threema für Textsecure/Signal wegzuwerfen ärgert, ist die typische Elitenerdkurzsichtigkeit dahinter. Für Leute, die nichts lieber tun als jeden Tag einen neuen Cryptomessenger auszuprobieren ist das bestimmt sinnvoll. Aber wenn ich daran denke, wie lange es gedauert hat, mein soziales Umfeld von Threema zu überzeugen, finde ich es gefährlich, die Leute, die sich nicht täglich damit beschäftigen wollen, zum nächsten halbgaren Messenger zu scheuchen.   Threema war gegenüber WhatsApp eine deutliche Verbesserung, weil es pseudonyme Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in bedienbar realisierte. Threema ist nicht perfekt, aber bevor ich einen Wechsel empfehle, muss der nächste Messenger wieder einen deutlichen Schritt nach vorne machen, also folgende Kritieren erfüllen:

  • Open Source
  • nachhaltiges Geschäftsmodell
  • bedienbar
  • mit selbstgewähltem Pseudonym nutzbar

Jetzt Wechselpanik zu verursachen halte ich sogar für gefährlich. Denn wenn Textsecure/Signal aufgrund der angesprochenen Kritikpunkte baden geht, wer glaubt würde dann noch einer Empfehlung zum nächsten wirklichen sicheren Ding folgen? Ich wäre – als normaler User – auf jeden Fall skeptisch.


Bild: “Enigma” von floeschi (CC BY 2.0)

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  1. Oder der Laden verkauft wird und dann die Daten der User vom neuen Besitzer zu Geld gemacht werden. []
  2. Auch Threema ist nicht nachhaltig finanziert, weil Sie bis jetzt nur Geld von Neunutzern beim Kauf der App nehmen und davon gibt es ja nicht unendlich viele. Aber immerhin finanziert sich Threema aus eigener Kraft. []

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Talk & Play #11 – Lieblingsspiele

Gestern war wieder Talk & Play eine Veranstaltungsreihe für Spieleentwickler und Spieleinteressierte, die regelmäßig unregelmäßig in Berlin stattfindet und bei der ich viel zu selten bin. Das Event ist immer zweigeteilt: Erst Vorträge, dann können Entwickler ihre Spiele vorstellen.

Die Vorträge kamen dieses Mal Allan Cudicio (Entwurf einer Kategorisierung für Spielesettings), Ruth Bosch (Wie man auf einem Game Jam nicht in Panik verfällt) und Markus Kaikkonen (Finanzierung von Mobile Games am praktischen Beispiel) und außerdem gab es Livemusik von Alfred Ladylike (mit Ukulele und einem etwas… experimentellen Stück).

Damit der Rest der Welt auch was davon hat (also außer der ausführlichen Dokumentation) hier noch die drei Spiele, die mich am meisten begeistert haben:

RGB Express
Ein kleiner abstrakter Puzzler mit süßen LKWs. Das Beispiel an dem erläutert wurde, wie wenig Geld man mit einem sehr soliden Spiel verdienen kann. Ich hab es mir runtergeladen, um zu schauen, worum es dabei geht, und muss sagen: Lohnt sich definitiv, wird schnell schwer und gibt es für Android und iOS.

Card Crawl
Eine Kartenspiel von Tinytouchtales (sie erinnern sich vielleicht an diesen Podcast-Auftritt), dass aber eigentlich ein Dungeoncrawler ist. Man spielt nicht gegen einen anderen Gegner, sondern muss 54 Karten überleben, die einem per Zufall in 4er-Sets ausgespielt werden. Ich hab es nur kurz ausprobiert, mich hat neben der Spielmechanik vor allem das Design der Karten begeistert.

The Curious Expedition
Ich habe das Spiel dieses Mal zugegebenermaßen nicht vor Ort ausprobiert, weil ich es schon auf der GamesCom testen konnte und die Zeit knapp war. Maschinen-Mensch, die Macher, haben aber die Veranstaltung genutzt, um den Sound einer jubelnden Menge für ihr Spiel aufzunehmen und ich bin wieder daran erinnert worden, was für ein cooles Konzept hinter der prozeduralen Welt, der Spielmechanik und dem ausgewogenen Cast steckt. Probiert es selber aus, dieses Wochenende kann man kostenlos spielen.

PS: Im Vortrag von Ruth Bosch sprach sie immer wieder über das Spiel “Flirtevator”, dass auf dem letzten Global Game Jam entstand, dass ich aber gestern nicht gefunden habe. Glücklicherweise hat mich Lorenzo Pilia (der Talk & Play organisiert) nochmal drauf hingewiesen:

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Der Replikant (Presseschau)

Robot on the Taff von John Greenaway unter CC BY-SA
Falls Ihr euch fragt, was es mit diesen seltsamen Bots auf sich hat, um die es gerade bei Twitter geht: Es gibt einen auch von Halblaien nachvollziehbaren Weg, wie man sein eigenes Twitter-Archiv herunterladen und an einen Algorithmus verfüttern kann, der daraus neue 140-Zeichen-Nachrichten erstellt, die aus Versatzstücken der Originaltweets bestehen.

Es gibt außerdem einen einfachen Weg wie ein Programm diese so entstandenen Tweets tatsächlich bei Twitter abliefert und in einem beliebigen Account wieder in die Welt setzt. Obendrauf gibt es ein bisschen Zusatzmagie, die macht, dass der so entstandene Twitterbot auch faven, antworten und sogar DMs verschicken kann, wenn man das will. Warum das gerade jetzt vermehrt auftaucht: Es gibt Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die es schnell möglich machen, sich einen eigenen Bot zu bauen. Ich bin darauf durch Mina (@lasersushi) gestoßen, die schön über ihre Replikantin @mina_ebooks als “Das bessere Ich” gebloggt hat. Deswegen haben wir Sie auch bei Trackback für ein kurzes Interview verhaftet, können allerdings nicht nachweisen, dass wir mit der echten Mina gesprochen haben.

Wenig später gab es noch den biographischen Hintergrundartikel “Mein neuer digitaler Freund mit Spamschutz und schlechter Laune: Ich”  von Caspar (@leitmedium), dessen Replikant @leitmarvin sich als sehr mürrisch herausstellte.

Schnell entstanden weitere Replikanten in meiner Timeline (Original): @nufbot (@dasnuf), @ADoorAreBell (_Adora_Belle_), @Chief_Vanilla (@vanilla_chief) und @TheRealHerrFabu (@herrfabu), der aber noch in Arbeit ist.

Spannend daran ist, dass ich gehört und beobachtet habe, dass sich die Originale in den Versatzstücktexten ihrer Replikanten wiederfinden. Und ich glaube, die Textstreams die dadurch entstehen, bergen für manches Original die Versuchung, darin Dinge zu verstecken, die man vielleicht immer mal schon sagen wollte, aber dann doch lieber auf den Bot schiebt. So könnte durch Handarbeit der Replikant zwar nicht zum besseren, aber vielleicht zum authentischeren Original werden.

Falls ihr euch selber daran versuchen wollt: Ich bin ohne große Probleme diesem HowTo gefolgt. Um die Kommunikation richtig zu starten erwähnt ihr euren neuen Replikanten in eigenem Tweet und packt am Besten noch ein paar andere Replikanten rein, dann geht es relativ schnell los.

PS: Die meisten dieser Bots laufen auf persönlichen Rechnern, nicht auf Servern, sind also nicht immer online.
PPS: @monokzieht (@monoxyd)

PPS: Hilfreicher Hinweis von Twitter. (Bei mir war es schon installiert, deswegen ist mir das nicht aufgefallen.)

Bildnachweis: “Robot on the Taff” von John Greenaway unter CC BY-SA.

Nachtrag: Noch eine ausführliche Ermunterung einen Bot zu bauen, auch wenn man sich vielleicht nicht traut, weil man Angst vor der Kommandozeile hat: “Mein semiwitziges, künstliches Ich” vom Nuf. Und ich habe für die Sendung Breitband einen Bot bauen dürfen, der sogar auf Heroku läuft: @breitbandbot (@breitband).

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Wie Homöopathie wirklich entstand (und warum sie sinnvoll ist).

Homöopathische Taschenapotheke, die Hahnemann in seinen letzten Lebensjahren in Paris benutzte. von ANKAWÜ unter CC BY-SA 3.0Hahnemann hat es satt, denn es ist immer dasselbe. Die Leute kommen in seine Praxis, weil sie falsch leben. Sie saufen, sie bewegen sich zu wenig, sie essen zu fett, sie trinken zu viel Kaffee und wundern sich dann, wenn sie voller Zipperlein sind.

Eigentlich kein Problem, denn Hahnemann ist Arzt, will helfen und rät: Leben Sie gesund! Bewegen Sie sich! Trinken Sie nicht so viel! Der Dank?

Die Patienten kommen nie wieder, denn sie wollen nicht hören, dass sie selber etwas tun können. Sie wollen sorgfältig mit dem Stethoskop untersucht und dann mit gerunzelter Stirn lange wohlüberlegt angeschaut werden und ein teures Medikament verschrieben bekommen, dass auf einen Schlag von allen Wehleidchen befreit.

Sie bleiben also fett, faul und besoffen und kommen nicht wieder. Das ist nicht nur frustrierend, sondern macht auch arm, denn für guten Ratschlag kann man keine Rechnungen stellen. Hahnemann überlegt sogar seine Praxis aufgegeben. Es hat mehr Aufwand gekostet, als Einnahme gebracht, und ihn gewöhnlich mit Undank belohnt. Aber dann hat er eine Idee…

…wie wäre es, wenn man den Patienten einfach ein Placebo verschreibt? Harmlose Zuckerkügelchen vielleicht, zu denen man sich eine hochwissenschaftlich klingende Geschichte ausdenkt? Sodann diktiert man mit strengem Duktus eine Reihe von medizinischen Auflagen, die hochwichtig sind, damit das “Medikament” seine Wirkung entfalten kann?

“Hören Sie, Teuerster, sie haben hier wirklich einen schwierigen Fall von Blutverdünnung, aber sorgen Sie sich nicht, ich habe das perfekte Mittel dagegen! Nehmen Sie Morgens und Abends jeweils ein Kügelchen. Damit die Medizin gut wirkt, dürfen Sie keinen Alkohol und Kaffee trinken, nur mäßig essen und sollten täglich einen längeren Spaziergang am Fluß machen. Das versetzt ihre inneren Organe besser in die Lage den Wirkstoff aufzunehmen und Sie werden bald schon geheilt sein.”

Ehrfurchtsvoll würden ihn die Leute anschauen…

“Ach ja, und hier ist ihre Rechnung über eine ausführliche ärztliche Anamnese, Verordnung und das Medikament.”

…demütig das Medikament aus seinen Händen bezahlen und sich strikt an die Regeln halten, damit die Ausgabe für den teuren Wirkstoff nicht umsonst gewesen wäre.

Ja, so könnte es funktionieren…

(Bildnachweis: “Homöopathische Taschenapotheke, die Hahnemann in seinen letzten Lebensjahren in Paris benutzte” von Ankawü unter CC BY-SA 3.0)

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