Yearly Archives: 2011

Die Wahrheit 009 – Berlin Sessions

Viele neue Projekte im Netz finde ich anrüchig. Aus dem schlichten und einfachen Grund, dass mehr oder weniger unverhohlen aus irgendeiner Ecke schimmert, dass es vor allem umKohle geht. Ich bin aus guten Gründen kein Verfechter der “Alles kostenlos”-Kultur, aber ich werde immer misstrauisch, wenn der Businessplan wichtiger als die Idee ist.

Glücklicherweise gibt es ja aber immer wieder Leute, die erst eine eigene Idee an den Start bringen und dann überlegen, ob man daraus nicht auch mehr machen könnte. Einer dieser Leute ist Gunnar Weber von Berlin Sessions, einer Seite auf der es kurze Akustiksets von Musikern zu sehen gibt.

Es begann mit dem Kauf einer ersten(?) eigenen guten Spiegelreflexkamera und dem Wunsch, ein Musikvideo zu drehen, dass irgendwie anders ist. Mittlerweile werden die Berlin Sessions von einem mehrköpfigem Team realisiert, dass demnächst auch ein  Konzert organisiert.

Wie es dazu gekommen ist und welchen Einfluss dabei College HumorThe Talk Show oder Press, Pause, Play spielten, hat mir Gunnar bei einer Wahrheit verraten.

PS: Das Konzert findet am 15. Dezember ( ja, morgen Abend) im Berliner Lovelite mit Tula (Post-Folk, Berlin/Sweden), Charlie Barnes (Noise Pop, Leeds) und Wutzlhofer (Techno, Berlin) statt. Falls ihr ihr da spontan hin wollt, könnt ihr das auch per Gästeliste. Kommentiert bis morgen 13:37, unter allen Kommentatoren wird 2×2 freier Eintritt verlost.

 

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die Weisheit V – Feuerfixiefeedback

Die Weisheit ist eine Geschicht voller Halbwahrheiten und Missverständnissen. Und technischer Probleme. Das fing damit an, dass unsere zeitliche Musikbegrenzung wegbrach und endete damit, dass mein neues Setup so unschöne Knackser produzierte.

Trotzdem haben sich Anja, Carlo, Hendrik und Monoxyd nicht davon abbringen lassen auf ausschweifende und auswürfige Art über die Dinge des Lebens zu reden, die wirklich eine gesamte Nation beschäftigen (sollten).

Unter anderem geht es um Entfolgung, einen 350-€-Bart, Produktivitätstheorien und der großen Liebe Feedback((da fehlt möglicherweise ein Komma)). Zusammengefasst: Wir bräuchten mal einen Praktikanten, der die Sendung hört und die Shownotes für uns schreibt.

So bleibt nur euch das großartige – und leider stellenweise arg verspratzelte – Audiomaterial zu präsentieren. Stellt euch einfach vor, es sei eine Vinylscheibe einer wertvollen Aufnahme, die ihr nach 50 Jahren unter einem Haufen Steinkohle im Keller euer Großmutter gefunden habt.

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angespielt 026 – The Legend of Zelda: Skyward Sword

Der erste (nervende) Zwischenboss bei Skyward Sword (© zelda.com)

Der erste (nervende) Zwischenboss bei Skyward Sword (© zelda.com)

Die arme Wii hat es schon nicht leicht. Abgeschlagen, alt und ungeliebt. Nur ein kleines Dorf voller Spieler gibt die Hoffnung nicht auf und versuchen immer wieder, der kleinen weißen Tupperdose etwas abzugewinnen.

Vielversprechendster Kandidat dieses Jahr war der aktuelle Zelda Teil “Skyward Sword“. Mit unterschiedlichsten Erwartungen sind die Herren Monoxyd, Monkeydom und Daniel (von Club Mats)an das Spiel herangetreten und offenbaren hier ihre quasireligiösen Erfahrungen beim Ablegen der – ACHTUNG SPOILER – Vogelreiterzeremonie.

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Die Weisheit IV – Einzelfallspinnen

Ich kämpfe hier gerade noch mit der Technik. Das kann dauern. Aber immerhin gibt es hier schon mal die vorletzte  Folge. Der Anfang ist dadaistisch. Irgendwann reden Leute Dinge. Und dann passiert nichts. Aber:

Es ist genau eine Stunde lang!

– Kuchen
– Movember
– Hausaufgabe für die Hörer.wie kompliziert ist es einen deutschen Verein zu gründen.
– Hendrik hat keine Internetprobleme, Anja auch nicht.
– Wir sind Einzelfall.
– Spinnen sind wie Männer.
– Das schönste Wort für Penis.
– Als Hitler die Atombombe baute, Raymond Chandler
– Supersad true love story.
– The Infinity Bridge
– Fuck it!
– Buch oder E-Buch.

PS: Wir haben ein neues Logo, dass der Webkümmerer für uns gebastelt hat.

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angespielt 025 – The Elder Scrolls V: Skyrim

Dragonborn Dragonslayer (© elderscrolls.com)

Dragonborn Dragonslayer (© elderscrolls.com)

Die Spiele der Elder-Scrolls-Rolle haben einen ganz eigenen Ruf: Schlimme Zeitfresser, die dich in eine detaillierte komplexe Welt mitnehmen, in der die Geschichten passieren, die es tatsächlich wert sind, weiter erzählt zu werden.

Und ein Computerspiel, dass so unperfekt und buggy ist, dass die Modding-Community mittlerweile fester Bestandteil des Spiels geworden ist. Der neue Teil wurde mit einer Mischung aus Überhype und sehr viel Skepsis betrachtet. Klappt es noch mal? Oder wird dieses Spiel noch schlimmer als Gothic?

Hendrik, Jeremy, Sarah und Freddy setzen sich mit Gastgeber Monoxyd ans Lagerfeuer und erzählen ihre Abenteuer. Die Aufnahme dieser Begebenheit passt sich übrigens dem Ruf der Elder Scrolls an. Aber hört selbst.

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Die Wahrheit 008 – Anonymous’ Stimme

Logo einer Anonymous-Newsseite (© anonnewsde.tumblr.com)

Logo einer Anonymous-Newsseite (© anonnewsde.tumblr.com)

Jemanden von Anonymous zu interviewen war gar nicht meine Idee, ich fand sie am Anfang sogar relativ bekloppt. Ich mein: Srsly? Eine Bewegung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie aus vielen anonymen, gesichtslosen Menschen besteht, die nicht strukturiert sind, dadurch abbilden, dass man *einen* von Ihnen interviewt?

Aber die Kollegen bei Fritz ließen nicht locker und wollten das unbedingt machen. Anlass war die sogenannte Operation Facebook, die mal für den 5. November angekündigt war. Also habe ich verschiedene Quellen angezapft und wollte eigentlich was mit den AnonyPwnies machen, aber die wollten nicht bzw. waren aufgelöst, bevor das Interview stattfinden konnte.

Über Umwege bin ich dann bei J4rkill gelandet. J4rkill bezeichnet sich selbst als jemand, der über Anonymous berichten will, aber selber auch eine Maske trägt. Nebenbei wirkt er auch noch bei einem Podcast mit. Sehr aktiv, sehr öffentlich, irgendwie gar nicht anonym.

Dieser Widerspruch lässt sich auch nicht endgültig klären und das soll hier auch gar nicht versucht werden. Was die eine Stunde Interview zeigt, ist aber, dass Anonymous1 keine quasi-terroristische Hackervereinigung finsterer Gestalten ist, sondern eher eine politische Strömung, die am Rande dessen operiert, was wir als normal wahrnehmen.

Dazu gehören auch Hacks, aber das ist eben nur ein Teil. Der beste Vergleich ist mir erst ein paar Wochen später über den Weg gelaufen: “Mülltrennen im Netz: Was ist digitaler Umweltschutz?” Ich glaube, der Vergleich mit frühen Umweltaktivisten passt viel besser auf die Anon-Bewegung, als auf die im politischen Betrieb schon quasi-integrierten Piraten. Aber hört selbst:

PS: Das Ergebnis dieses Interviews und auch das Interview selber ist schon bei Fritz veröffentlicht worden. Aber im Gegensatz zu meinem Arbeitgeber bin ich nicht  zur Depublikation verpflichtet und poste deswegen das ganze Interview noch einmal an dieser Stelle.

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  1. oder zumindest der Teil, der hier abgebildet wird []

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angespielt 024 – Assassin’s Greed

Assassin's Creed: Revelations (© assassinscreed.ubi.com)

Assassin's Creed: Revelations (© assassinscreed.ubi.com)

Es ist das Jahr der Threequels habe ich neulich irgendwo gelesen.1 Das ist im Fall von Assassin’s Creed nur so halb richtig, weil ich immer noch auf den dritten Teil warten muss. Stattdessen gab es dieses Jahr den dritten Teil des zweiten Teils. Also quasi Version 2.c.

Ich empfinde die Reihe deshalb mittlerweile als ausgelutschte Geldschneiderei. Ein großartiges Projekt wird zugunsten reiner Geldscheffelei so lange ausgewalzt, bis kein Inhalt mehr übrig ist. Aber es gibt natürlich auch Leute, die nach wie vor viel Spaß an dem Spiel haben und gerne einen Vollpreis nach dem anderen zahlen.

Also habe ich mir Martin Pittenauer, Manuel Fritsch und Pyranja, meine Kollegin von Fritz, mit der ich den Games Blue Moon moderiere, eingeladen um mal alle Seiten des Attentäters gründlichst zu beleuchten.

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  1. Ich glaube, es war bei Eurogamer. []

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Die Weisheit 003 – Der treue Staatstrojaner

[Die Weisheit] ist ein Podcast voller Missverständnisse. In der aktuellen Folge hatte mein Aufnahmegerät zum Beispiel missverstanden, dass es einfach nur aufnehmen sollte. Stattdessen verwürfelte es die Aufnahme auf so seltsame Art und Weise, dass sie unverwendbar war. Ihr hört also den blanken Mitschnitt des Livestreams.

Darin erfahrt ihr, warum Anjas Mutter Sympathiepunkte verliert, warum Hendriks Stimme immer so geschmeidig klingt und was Carlo dieses Mal an der Eloquenztheke austeilt. Außerdem geht es um das Faken von Onlineabstimmungen, (Un)Treue und den Staatstrojaner.

Außerdem bestreiten wir einen Großteil der Sendung, in dem wir einfach die Mikrodilettanten bootlegen und dafür sorgen, dass dieser Podcast, sollte er jemals in iTunes auftauchen, als X-Rated gelten wird.

Alles Zeug, dass so was von letzter Woche ist, dass keiner mehr drüber redet. Außer wir. Hier:

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angespielt 023 – Blur

Blur (© gamestar.de)

Blur (© gamestar.de)

Es ist das unterschätzteste Spiel aller Zeiten, es ist das perfekte Spiel für vier Leute vor einem Bildschirm, es ist nicht Mario Kart, aber es funktioniert ganz genauso und es ist total großartig: Blur. Für Publisher Activision war das der Arcade-Racer so ein Downer, dass sie schon nach ein paar Monaten die offizielle Webseite abgeschaltet haben.

In der Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist, versuchen Monoxyd, Frau K. und der Mann ohne Hosen dem verschollenen Meisterwerk neues Leben einzuhauchen. Schließlich gibt es das Teil mittlerweile für nen Zehner. Warum es das und sogar noch viel mehr wert ist, und wer sich das Spiel kaufen sollte1, hört ihr hier:

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  1. Hint: ALLE! []

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Die Wahrheit 007 – Der telekomische Heldenburnout

Stephan Urbach & Telecomix Logo (Originalfoto: cc Ole Reißmann, BY SA NC)

Stephan Urbach & Telecomix Logo (Originalfoto: cc Ole Reißmann, BY SA NC)

Ich habe Herrn Urbach zum ersten Mal bei einem Chaosradio getroffen, bei dem es um alternative Netzstrukturen ging, di es ermöglichen auch in Krisengebieten Onlineanbindungen zu bieten. Herr Urbach war als Vertreter von  Telecomix da, einer Gruppierung, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, dem Arabischen Frühling ein Netz zu geben.

Ich habe Herrn Urbach dann erst wieder auf dem Chaos Communication Camp 2011 gesehen. Er wirkte wie jemand, der gerade aus einem Albtraum erwacht war, sich aber noch nicht ganz sicher ist, ob er überlebt hat. Es war ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel (bzw. Baum und Borke), bei dem ich nur schemenhaft mitbekam, dass sich die Aktivisten der Gruppe bis zum Rand der Selbstaufgabe ausgelaugt hatten.

Ständig verfügbar sein, grauenhafte Bilder sehen, ein Übermaß an Nachrichten, Verantwortung für das Leben anderer Menschen haben und auf Videos sehen, wie diese sterben. Keine Pause, keine Supervision, keine Zeit.

Ihnen blieb nichts anderes übrig, als das Projekt stillzulegen. Manche Leute dachten sogar daran, für immer zu verschwinden. Glücklicherweise geht es weiter, irgendwie. Aber die Geschichte, die Herr Urbach über diese Zeit zu erzählen hat, solltet ihr euch anhören. Damit ihr nicht in dieselbe Falle tappt. Oder damit ihr rechtzeitig mitbekommt, wenn es jemand tut, der euch wichtig ist.

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