OHM #010 – Ohne Hohe Mauern

Peace Line by Nico Kaiser unter CC BY

Nein, auch das ist nicht die verlorene Folge, welche die magische Nummer 8 trägt und deren Nichterscheinen mir mein Companion bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase reibt. Dies ist Folge Nummer 10, in der wir uns auf eine Nachbetrachtung, einen Lobgesang und eine Ursachenfindung rund um den 31. Chaos Communication Congress einlassen und versuchen zu ergründen, ob es einen Nerd-Elfenbeinturm gibt, wie der aussieht, wer ihn gebaut haben könnte und wie man da wieder herauskommt.

Am Anfang streifen wir kurz den Anschlag auf “Charlie Hebdo” und den sozialmedialen Umgang damit. Macht nicht wirklich gute Laune, aber gehört eben auch mit dazu. Trotzdem oder vielleicht genau deswegen: Viel Spaß beim Hören. Um Kommentare wird gebeten.

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OHM ist eine Kollaborationsproduktion der Herren @erdgeist & @monoxyd. Bei Gefallen abonnieren (RSS, iTunes), kommentieren (Artikel, iTunes) und flatterieren (erdgeist, monoxyd) Sie bitte reichhaltig.

So eine Art Shownotes:

  1. ZDF-Beitrag über Verbreitung von Muslimen in Deutschland (In dem Container oben, zweiter Tab “Islamisierung weit entfernt”)
  2. The Oatmeal über Religion
  3. Je Suis Charlie (siehe auch Sarah Burrini)
  4. The Blasphemy We Need
  5. 31. Chaos Communication Congress
  6. World without marketing: the hacker utopia of 31C3
  7. Biometrievortrag von starbug
  8. UMTS-Vortrag von Tobias Engel
  9. Sichere, modulare Betriebssysteme (quasi der Epilog zu Folge 8) von hannes und David Kaloper
  10. Chaospatinnen
  11. Gebt Feedback! (Link “Feedback” in den Einzelansichten der Veranstaltungen.)
  12. Feedbackblogartikel: 31c3 – Kommt alle, Familienausflug zum 31c3#31c3: A New Dawn – von Kohlenstoffeinheiten, Krypto und jeder Menge “cyber, cyber” (weitere gerne in den Kommentaren ergänzen)

 Bild: “Peace Line” von Nico Kaiser unter CC BY

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6 Comments

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6 Responses to OHM #010 – Ohne Hohe Mauern

  1. Pingback: Die letzten und nächsten 24h, Mittwoch, 14.01.2015 | die Hörsuppe

  2. André

    Ohne die genannten Tweets im Besonderen verteidigen zu wollen, kann ich das Bedürfnis das Mainstream-Narrativ zu brechen durchaus verstehen. Allerdings, und hier würde ich zustimmen, darüber sollte man nicht das Bedürfnis nach Einordnung und Sicherheit vergessen, das viele Menschen in so einem Narrativ finden. Häme oder Herablassung, wobei in den vorgetragenen Tweets wenn dann doch eher in milder Form enthalten, sind da nicht angebracht und eher kontraproduktiv. Aber eine vereinnahmende Wir-Bekundung birgt Gefahren, daran und an der westlichen Opferrolle und ihrem inhärenten blinden Fleck gibt es eben auch viel zu kritisieren:

    Dass die Karikaturen rassistisch sein sollen, habe ich jetzt mehrfach gehört. Ich habe ein paar gesehen, anhand dieses flüchtigen Eindrucks kann ich das nicht bestätigen. Aber zum Beispiel parallel zu den großen Gedenkmärschen, die auch die Botschaft transportieren sollten, dass Europa seine Freiheit nicht aus Angst aufgeben wird, trafen sich die Innenminister, um neue freiheitsbeschränkende Sicherheitsmaßnahmen zu debattieren. Bei den Demonstrationen wurde die Pressefreiheit besonders hervorgehoben, während einige der mitlaufenden Regierungschefs daheim in dieser Hinsicht nicht gerade glänzen. Innenminister De Maizière war einer derjenigen, der Pegida ermahnt hat, die Pariser Anschläge nicht zu instrumentalisieren, hat aber kein Problem damit seine eigene Sicherheitsgesetzgebung als nach den Ereignissen offensichtlich alternativlos darzustellen. Diese Beispiele sind wie ich finde valide Kritik, die aber innerhalb dieser großen Massenbekundungen, denen die Politik ihren eigenen Spin verpasst hat, schwierig bis unmöglich unterzubringen ist. Daran sieht man vielleicht woher die Abwehr gegen vereinnahmende Gesten kommt.

    Übrigens auf einer Metaebene ist auch der Vergleich mit den Reaktionen nach den Anschlägen von Anders Breivik 2011 interessant. In meiner Erinnerung gab es damals nicht dieses Gefühl der Bedrohung in anderen europäischen Ländern. Nun gibt es vieles an den Umständen beider Taten, was sich unterscheidet. Ich glaube trotzdem, dass es eine zentrale Rolle spielt, dass bei den Vorfällen letzte Woche die Täter aus einem Teil der Gesellschaft kommen, der von der Mehrheit als fremd betrachtet wird und in dem auch jetzt noch unsere Politiker viele “Gefährder” verorten. Gewaltbereite Personen, die potentiell oder tatsächlich Terror ausüben, aber aus der “einheimischen” Bevölkerung kommen, fallen meist in eine andere Kategorie. Mal völlig ab von unseren vielfältigen Verstrickungen in das schlimme Schicksal vieler mehrheitlich islamischer Staaten heute und in der jüngeren Vergangenheit, deutet das vielleicht schon an, wie sehr unsere Rezeption solcher Ereignisse durch gesellschaftliche Vorurteile geprägt ist. Daher sollte man sie auch hinterfragen.

  3. Hmmm, wenn es derart politisch zugeht, dann haben wir das eigentliche Feld der privaten Trauer/Betroffenheit ja doch schon verlassen, ich denke, dann ist es was Anderes.

    Es ging mir auch nicht darum, blinde Flecken blind sein zu lassen, ich fand nur die Reflexhaftigkeit in der diese teils doch recht zynischen Sachen geäußert wurden arg auffällig.

    Was die Karikaturen angeht: So richtig schlau werde ich nicht, den letzter interessante Artikel, den ich dazu gelesen habe, gab es bei Nerdcore.

  4. André

    Ich würde es mal so sehen, unsere Trauer/Betroffenheit als im Prinzip nicht Betroffene wird durch die Massenmedien hervorgerufen. Diese interagieren mit einer Art “Betroffenenrolle”, die man als langjähriger Konsument schlimmer Nachrichten gelernt hat und für die man nur bestimmte Anhaltspunkte braucht, um zu wissen, wie sie in dieser Instanz aufzuführen ist. Hätten die Massenmedien anders über die Anschläge berichtet oder hättest du dich längere Zeit aus dem Nachrichtenstrom ausgeklingt, wärst du nicht betroffen. Denn wenn du wirklich betroffen bist, erreicht dich die Nachricht irgendwann über eine persönliche Beziehung, jemand, den du kennst, ist gestorben, der Ort, an dem du arbeitest, liegt in der Nähe des Ereignisses usw.

    Problematisch ist das, weil es politisch genutzt wird und weil es bestimmte Haltungen unserer Gesellschaft oder einfach psychische Tendenzen bedient und nicht hinterfragt. Eine zynische Reaktion sollte man glaube ich eher stilistisch kritisieren oder vielleicht die von dir angedeutete dahinterstehende besserwisserische Haltung angehen. Aber oft ist sie der Versuch, Betroffenheit wegzuordnen oder sich gegen Vereinahmung zu wehren. Und das halte ich für ein legitimes Bedürfnis und eine legitime Form des Umgangs mit letztlich medialvermittelter Betroffenheit.

  5. Eine schöne Folger ABER: dieses geschmatze und gegnatsche am Anfang ging gar nicht -.- furchtbar. Bitte etwas mehr Disziplin beim Essen oder schneiden, oder esst was das nicht so schmatzt.

    Achja, wann kommt denn Folge 8? 😛

  6. lablusmi

    Zum Thema Verhältnis von Nicht-Hackern zu Hackern:

    Ich habe kaum Ahnung von Computern. Schön wenn erdgeist sagt der Telekom-Hack wäre nichts besonderes, von wegen nur eine Nummer in der URL verändert. Für mich ist das Hexenwerk.

    Wie sollte ich, die keine Ahnung davon hat was eine URL eigentlich so richtig ist, das für trivial halten? Ich käme nie auf solche Ideen und Menschen die so etwas können entstammen für mich erstmal einer ganz anderen Welt.

    Diese Welt besteht aus mehreren Menschen mit mir fremden Denkweisen, die eine mir fremde Sprache sprechen und anscheinend sehr eng miteinander vernetzt sind. Und diese Leute treffen sich also jährlich zu einem Kongress. Wie käme ich auf die Idee dorthin zu fahren? Warum sollte ich glauben dort willkommen zu sein? Oder auch nur irgendwas zu finden, womit ich was anfangen kann, selbst wenn ich mich für die Themen interessiere? Ich fahre ja auch nicht zur Jahrestagung Kerntechnik, nur weil ich mich für Energieerzeugung interessiere.

    Ja der CCC kommuniziert Offenheit nach außen, wie ich finde auch sehr authentisch. Aber um das mitzubekommen, muss man sich erstmal irgendwie mit ihm beschäftigen.

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