Meine eigene kleine Dropbox

Ich habe neulich einen Raspberry Pi geschenkt bekommen, einen Rechner, der so groß ist, wie zwei aufeinandergelegte Zigarettenschachteln. Als Zockmaschine denkbar ungeeignet1, aber man kann damit seinen eigenen Server betreiben.

Normalerweise fürchte ich mich vor so was, weil ich zwar technisch interessiert bin, aber zu wenig Verständnis/Geduld/Plan habe, um eigenständig in den Tiefen von Betriebssystemen und Serverinfrastrukturen rumzuwerkeln.

Ein Raspberry Pi

Motiviert durch das Geschenk habe ich mich doch noch mal umgeschaut und erfreut festgestellt, dass die Technik mittlerweile soweit ist, dass man durch das Zusammenkopieren von Befehlen eine fast vollwertige Dropbox-Alternative basteln kann.

Also einen Dienst, der einerseits Dateien zwischen euren Rechnern synchronisiert, der aber andererseits auch ermöglicht Dateien per simplen Link Dritten zur Verfügung zu stellen. Weil ich vielleicht nicht der einzige Halbnerd bin, der sich für so etwas interessiert, habe ich den gesamten Vorgang dokumentiert und stelle ihn hier online.

  1. Was diese Anleitung liefert
  2. Was diese Anleitung nicht liefert
  3. Was ihr vorher braucht
  4. Die Sache mit dem Router
  5. Basisinstallation
  6. Bittorrent Sync
  7. Owncloud
  8. Was vielleicht noch zu tun wäre
  9. Updates /Anmerkungen

Was habt ihr geschafft, wenn ihr das alles durcharbeitet? Ihr habt einen Raspberry Pi mit Bittorrent Sync, Owncloud und dynamischem DNS kombiniert und betreibt eure eigene kleine Cloud, die besser und gesünder ist, als Dropbox oder Google Drive.

Warum man das will? Naja, vielleicht waren die ganzen NSA-Geschichten eine Motivation. Oder ihr bastelt gerne. Oder wollt herausfinden, wie einfach es jetzt wirklich ist, selber was mit Internet zu machen.

Was diese Anleitung liefert

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die es euch ermöglicht, mit relativ überschaubarem Zeitaufwand (3 Stunden vielleicht), einen eigenen Server bei euch unter dem Schreibtisch zu betreiben, also genau das zu machen, was Datenschutzfans und Netzbefürworter immer mal wieder fordern: Das Netz zu dezentralisieren, sich eigenständig zu machen.

Dafür sind gewisse Grundkenntnisse Vorraussetzung. Ich habe mich bemüht, die Anleitung möglichst einfach zu gestalten, theoretisch funktioniert sie auch ganz ohne Vorwissen. Zielgruppe sind aber Menschen, die mir ähneln: Keine Angst vor dem Computer, grundlegendes Wissen darüber, wie Systeme und Maschinen funktionieren, keine Angst vor der Kommandozeile. Ich kann für jeden einzelnen Befehl erklären, was er macht, wäre aber selber niemals auf die Idee gekommen, mir das zusammenzufrickeln.

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Was diese Anleitung nicht liefert

Die beste, sicherste, effizienteste Lösung, die überhaupt denkbar ist. Hauptziel ist es wirklich, die Technologie für  möglichst viele Menschen zugänglich zu machen, ist also an manchen Stellen bewusst einfach gehalten. Damit bietet diese Anleitung auch kein Dogma, wie es zu tun sei. Versteht sie als Angebot, als zu machende Erfahrung, die euch in die Lage versetzt, mehr zu verstehen.

Letztlich beruht dieser Leitfaden auch nur auf anderen Leitfäden, die ich mir zusammengestoppelt habe, genau das hoffe ich auch zu bewirken. Das heisst nicht, dass ich für Verbesserungsvorschläge nicht zu haben bin. Aber denkt daran, bevor ihr anfangt zu flamen, dass Supermintubuntugentoolinux mit adaptiven Init-Dämonen besser wäre, ok?

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Was ihr vorher braucht

Das oben genannte Vorwissen und ein bisschen Hardware, einen Rechner, einen Router, einen funktionierenden Internetanschluß. Ich stelle hier die Liste der Hardware dazu, die ich selber benutzt habe, die Links sind Affiliate-Amazon-Links2.

  • Raspberry Pi, Version mit 512 MB und HDMI-Ausgang
  • SD-Karte, mindestens 8GB
  • USB-Stick, ich habe 32GB von Intenso benutzt
  • aktiver Logitech 4er USB-Hub (nur am Anfang notwendig)
  • USB-Netzteil, Mikro-USB-Kabel

Natürlich funktioniert das System auch mit einer fast beliebigen anderen Kombination von Speichermedien und USB-Hubs, aber wenn ihr eine komplette Einkaufsliste braucht, könnt ihr euch gerne bedienen.

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Die Sache mit dem Router

Ich gehe auf zwei Sachen nicht näher ein, weil die zu sehr davon abhängen, was für einen Router ihr zu Hause stehen habt. Die erste ist die Vergabe einer festen IP-Adresse für den Raspberry Pi. Das kann man theoretisch auch im Linux-Betriebssystem auf dem Pi machen, aber mittlerweile bieten alle gängigen Router an, dass man aus einer Liste einem bestimmten Gerät eine immer gleich vergebene IP zuweist.

Die zweite Sache ist die Erreichbarkeit von Außen. Auch hier hängen die Einstellungen vom Router ab. Zum einen müsst ihr ein Port-Forwarding einrichten, damit anfragen von außen überhaupt an den Pi weitergeleitet werden. Das ist im vorliegenden Fall Port 443 auf die IP des Raspberry Pi.

Außerdem wollt ihr einen Dienst für dynamische DNS-Zuweisung, der dafür sorgt, dass euer Internetanschluß zu Hause, der ständig die IP wechselt immer unter einer festen URL zu erreichen ist. In meinem Fall war das sehr einfach, weil ich eine Fritz-Box habe, die das unterstürtzt und mein Webhoster so einen Dienst in dem Paket anbietet, dass ich eh schon bezahle. Ich hätte hierfür gerne eine allgemein gültige Anleitung geschrieben, aber so weit sind wir noch nicht. Andererseits: Wenn ihr diese Hürde umschifft habt, seid ihr definitiv bereit für diese Anleitung.

PS: Das braucht ihr nur, wenn ihr das komplette Programm durchziehen wollt. Bittorrent Sync funktioniert auch so, solange der Pi am Netz hängt. Ihr müsst dann halt nur jedes Mal nach der IP des Pi schauen, wenn ihr auf das Webinterface zugreifen wollt.

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Basisinstallation

Die NOOBS (dieser Guide bezieht sich auf Version 1.3, offline and network install) von der offziellen Raspberry-Pi-Downloadseite herunterladen. Dann die Checksumme der Datei überprüfen3, damit soll sichergestellt werden, dass ihr tatsächlich die Datei runtergeladen habt, die ihr wollt.

Dazu müsst ihr das Programm “Terminal” öffnen und einen Befehl von Hand eingeben (oder reinkopieren). Keine Angst, dass tut nicht weh und das müsst ihr im weiteren Verlauf sowieso noch häufiger machen. Falls sich die Datei in eurem “Downloads”-Ordner befindet, sieht der passende Befehl dazu so aus:

/usr/bin/openssl sha1 NOOBS_v1_3.zip

Als Ergebnis bekommt ihr eine lange Zeichenkette raus, die ihr mit der Angabe auf der Webseite überprüft, bei meiner Datei war das

a442c1c699849320a44cfb0eeb8792b38267d183

Falls das stimmt, ZIP-File entpacken. SD-Karte formatieren (offizielles Werkzeug) und alle Dateien aus der heruntergeladenen NOOBS-ZIP-Datei direkt auf die Karte kopieren. Dann müsste das oberste Verzeichnis der SD-Karte ungefähr ganz genau so aussehen:

Dateistruktur der SD-Karte

Danach SD-Karte aus dem Rechner entfernen und in den Pi stecken. An den Pi einen USB-Hub mit externem Stromanschluß anstecken und daran Tastatur und Maus. Das ist wichtig, weil der USB-Anschluß des Pi so wenig Strom liefert, dass nicht einmal Tastatur und Maus wirklich funktionieren, wenn ihr sie einfach so ansteckt.

HDMI-Kabel zum Monitor anschließen. (Den Rest noch nicht, bei mir ist der Pi sonst nicht ordentlich hochgefahren.) Mit etwas Glück leuchten auf dem Pi jetzt bunte Lampen und der Monitor zeigt euch das folgende Bild:

Der erste Bootbildschirm

Unten könnt ihr die passende Sprache und Tastatur einstellen. Letztere habe ich bei mir auf “de” gestellt, aber die Sprache auf Englisch gelassen, weil es meist einfacher ist, nach englischen Fehlermeldungen zu suchen, als nach deutschen. Dann den obersten Eintrag “Raspbian [RECOMMENDED]” auswählen und “Install (i)” klicken.

Daraufhin erscheint eine Warnung, dass die SD-Karte überschrieben wird, diese bestätigen. Dann Kaffee trinken gehen. Wenn die Meldung “OS(es) Installed Successfully” erscheint, bestätigen. Das System bootet jetzt und fährt neu hoch.

Euch wird jetzt ein simples Menü geboten, in dem Punkt “2 Change User Password” dringend aktivieren und euch ein eigenes, gutes Passwort geben solltet. Bei Punkt “3 Enable Boot to Desktop/Scratch” wählt ihr die zweite Option “Desktop Log in as user ‘pi’ at the graphical desktop”. Und unter Punkt “8 Advanced Options” findet ihr “A4 SSH” welches ich aktiviert habe.

Damit kann man per Terminal von einem anderen Rechner auf den Pi zugreifen, was sehr komfortabel ist, da man den größten Teil der Zeit damit verbringt Terminalbefehle von irgendeiner dubiosen Webseite zu kopieren. Dann das Menü beenden und

sudo reboot

eingeben. Wenn alles gut gegangen ist, startet der Pi neu und erwartet euch mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Der Hauptteil der Arbeit besteht jetzt aus Eingaben in ein Terminalfenster, dass ihr auf dem Desktop unter “LXTerminal” findet. Das sollte jetzt ungefähr so aussehen:

Grafischer Desktop des Raspberry Pi

Ihr könntet natürlich auf eurem kleinen Rechner direkt arbeiten, was auch ein sehr befriedigendes Gefühl ist, aber es geht komfortabler. Jetzt steckt ihr das Netzwerkkabel ein, dass mit eurem Router verbunden ist und gebt in der Eingabeaufforderung, also im Terminal

ifconfig

ein. Dann erscheint eine lange Ausgabe, die in “eth0” und “lo” unterteilt ist, ihr notiert euch die Zahlenfolge hinter “inet addr:” bei “eth0”, wir nehmen mal an, dass ist 192.128.1.23. Jetzt öffnet ihr euer Terminal auf eurem richtigen Rechner im selben Netzwerk und gebt ssh pi@192.128.1.23  und bestätigt die Abfrage, ob ihr den Schlüssel akzeptieren wollt mit “yes”.

Dann gebt ihr euer Pi-Passwort ein und schon seid  ihr über das Netzwerk in euren pi eingeloggt. Der erste Schritt zur Weltherrschaft ist vollbracht! Alle weiteren Schritte könnt ihr also an eurem komfortablen, großen Rechner machen. Falls ihr lieber direkt auf dem Pi arbeiten wollt, könnt ihr das natürlich auch tun – mir war es aber auf Dauer zu anstrengend.

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Bittorrent Sync

Als nächstes installieren wir Bittorrent Sync, eine Software, die es ermöglicht, dass verschiedene Rechner einen oder mehrere Ordner untereinander synchronisieren. Durch die Installation wird der Raspberry Pi zu unserem kleinen privaten Dropboxserver. Die Anleitung dafür habe ich bei Jack Minardi gefunden4, die ich an manchen Stellen noch leicht abgeändert habe. Vor der Installation besorgen wir uns aber noch ein bisschen Speicherplatz. Dazu stecken wir den USB-Stick und passen ihn an unsere Bedürfnisse an. Mit dem Befehl

df -h

lasst ihr euch alle verfügbaren Laufwerke anzeigen, darunter sollte sich eins befinden, dass den Pfad /dev/sda1 trägt und dessen Größenangabe mit eurem USB-Stick übereinstimmt. Es könnte auch sein, dass das Laufwerk irgendwie anders heißt, aber ihr solltet es auf jeden Fall an der Größe und dem Namen erkennen.

Im Zweifel müsst ihr die Zeichenkette “sda1” in den nächsten beiden Befehlen entsprechend anpassen. Falls der Stick nicht entdeckt ist, partitioniert ihn nochmal auf eine normale FAT32-Partition und versucht es noch einmal. Jetzt wird der Stick noch einmal aus dem System entfernt (nur per Befehl, nicht den Stick abziehen!)

sudo umount /dev/sda1

und dann passend formatiert:

sudo mkfs.ext4 /dev/sda1 -L Boxes

Mit “df -h” kontrollieren, ob der USB-Stick da ist, falls nicht, einfach rebooten.5 Der USB-Stick ist ab jetzt unter /media/Boxes zu finden, d.h. alles, was ihr in diesem Ordner macht, passiert direkt auf der obersten Ebene des USB-Sticks. Und da legen wir jetzt noch schnell ein Verzeichnis an:

sudo mkdir /media/Boxes/privat

Aber jetzt ist es wirklich soweit, jetzt wird Bittorrent Sync installiert.

mkdir ~/.btsync && cd ~/.btsync

Erstellt ein passendes Verzeichnis und wechselt in ebenjenes. Danach das Programm runterladen6

wget --content-disposition http://download-lb.utorrent.com/endpoint/btsync/os/linux-arm/track/stable

(Achtung, das ist alles eine einzige Zeile) und entpacken

tar -xvf btsync_arm.tar.gz

Jetzt könnte man natürlich das Programm einfach starten, aber wir wollen vorher noch ein Passwort für das Webinterface setzen dazu.

./btsync --dump-sample-config > btsync.conf
nano btsync.conf

Damit öffnet ihr einen kleinen Texteditor. Scrollt runter bis ihr die Zeilen mit “login” und “password” seht und tragt dort den gewünschten Nutzernamen und ein sicheres Passwort ein.7

Texteditor

Mit STRG + O, ENTER und danach STRG + X speichert ihr ab und verlasst den Texteditor. Falls ihr noch etwas nachbessern wollt, kommt ihr mit  “nano btsync.conf” jederzeit wieder rein. Jetzt ist es soweit, Bittorrent Sync kann gestartet werden.

sudo ./btsync --config btsync.conf

Wenn alles geklappt hat, könnt ihr jetzt in eurem Browser von jedem Rechner in eurem Netzwerk unter http://192.128.1.23:8888 (wobei ihr die IP-Adresse natürlich durch die eures Pis ersetzen müsst, wie ihr die findet, steht ja oben) die Weboberfläche für Bittorrent Sync aufrufen. Dort auf “Add Folder” klicken, den Pfad zu “/media/Boxes/privat” raussuchen oder eintragen, auf “Generate” klicken, mit “Add” bestätigen, fertig.

Wenn ihr jetzt noch Bittorrent Sync auf eurem anderen Rechner installiert und dort das “Secret” eintragt und einen passenden Ordner auswählt8, sollte das im Webinterface ungefähr so aussehen:

Bittorrent Sync

Damit wir Bittorrent Sync nicht jedes Mal von Hand starten müssen, werden wir jetzt noch dafür sorgen, dass es automatisch ausgeführt wird9 Dazu rufen wir mit

sudo nano /etc/rc.local

den Texteditor10 auf und tragen in der allerersten Zeile

/home/pi/.btsync/btsync --config /home/pi/.btsync/btsync.conf

ein und speichern und beenden wieder mit STRG + O, Enter und STRG + X. Wenn jetzt nach einem

sudo reboot

nach einer Weile das Webinterface wieder ansprechbar ist, habt ihr alles richtig gemacht. Fortan wird jedes Mal Bittorrent Sync gestartet, wenn euer kleiner Pi angeht. Wenn ihr tatsächlich nur Dateien zwischen euren eigenen Rechnern synchronisieren wollt oder Dateien nur an Leute weitergebt, die kein Problem mit der Benutzung von Bittorrent Sync haben, könnt ihr an dieser Stelle aufhören und den Pi einfach irgendwo unter dem Schreibtisch verstauen.

Wenn es euch wie mir geht, seid ihr aber darauf angewiesen, ab und zu Dateien per Link nach außen weiterzugeben, so wie man das von Dropbox eben gewöhnt ist. Um das zu gewährleisten brauchen wir jetzt noch…

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Owncloud

Im Prinzip ist Owncloud für meine Zwecke mit Kanonen auf Spatzen schießen, weil ich wirklich nur eine Sache damit realisieren möchte: Ein einfaches Interface, mit dem ich einfache, öffentlich zugängliche Links zu Dateien, die in meinem Sync-Ordner liegen, zugänglich machen kann. Owncloud kann noch mehr, unter anderem auch Adressbuch- und Kalendersynchronisierung, was uns aber an dieser Stelle erst einmal nicht interessieren soll.

Für die Installation habe ich mich vor allem an die Anleitung von Dan Brown gehalten11. Die Installation eines eigenen Webservers und dazu passender Software ist eine Wissenschaft für sich, glücklicherweise gibt es auch großartige Menschen, die das automatisiert haben.

Damit wir in den Genuß dieser Automatisierung kommen, müssen wir erst Github installieren und dann ein Skript herunterladen und ausführen. Dazu einfach nacheinander die Befehle

sudo apt-get update
sudo apt-get install -y git dialog
cd
git clone git://github.com/petrockblog/OwncloudPie.git
cd OwncloudPie
chmod +x owncloudpie_setup.sh
sudo ./owncloudpie_setup.sh

ausführen. Das sollte dann, bis auf die Farben, ungefähr so aussehen:

Installationsbildschirm Owncloud

Unter Punkt 1 setzt ihr eure Wunsch-URL ein, ich benutze für das Beispiel jetzt “cloud.monoxyd.de”. Dann wählt ihr Punkt 2. Jetzt heißt es wieder warten, warten, warten und vielleicht einen Kaffee trinken oder gucken, was die Leute beim Radiorollenspiel, der Weisheit oder Superlevel gerade treiben. Wenn alles vorbei ist, werdet ihr nach ein paar Eingaben gefragt, um ein selbstsigniertes SSL-Zertifikat auszustellen.

Was ihr da eintragt, ist relativ egal, ich habe mich entschieden wenigstens Country-Code (DE) und Mailadresse ordentlich auszufüllen. Dann noch ein bisschen warten, die letzte Meldung bestätigen. Wenn jetzt alles geklappt hat, könnt ihr entweder die IP eures Pis (https://192.128.1.23/owncloud) oder – falls ihr dynamisches DNS eingerichtet habt – die vorher festgelegte Adresse (in unserem Fall: https://cloud.monoxyd.de/owncloud) in euren Webbrowser eingeben und müsstet dann den Startbildschirm von Owncloud sehen.

HALT!

Noch nicht ausfüllen, das Formular. Erst müssen wir dafür sorgen, dass Owncloud (bzw. genauer: der Webserver) einen passenden Ordner bekommt und darauf auch Zugriff hat. Dazu sind die folgenden beiden Befehle12 notwendig.

sudo mkdir /media/Boxes/owncloud sudo chown -R www-data:www-data /media/Boxes/owncloud/

Jetzt dürft ihr auf der Owncloud-Seite einen Usernamen und ein Passwort wählen. Ganz wichtig ist es, dass ihr “Advanced” anklickt und dort bei “Data folder”

/media/Boxes/owncloud

eintragt. Falls ihr – wie ich – zu voreilig wart und den Dateipfad nicht angegeben habt, könnt ihr im Terminal

rm /var/www/owncloud/config/config.php

eingeben und dann nochmal das Webinterface aufrufen und die Daten neu eingeben. Wie gesagt, bevor ihr bestätigt, sollte die Eingabemaske13 wie folgt aussehen:

Startbildschirm Owncloud

Und jetzt kommt der Moment, wo der Frosch ins Wasser springt. Ihr ruft das Webinterface von Bittorrent Sync auf, klickt “Add Folder” und fügt den Ordner

/media/Boxes/owncloud/testuser/files

hinzu, was ungefähr so aussehen sollte:

btsync + owncloud

Jetzt installiert ihr auf euren anderen Rechnern Bittorrent Sync, notiert euch die “Secrets” und legt euch zwei Ordner an: Den einen, in dem ihr nur für euch per Bittorrent Sync und den anderen, in dem ihr Dateien lagert, die ihr auch an andere weitergeben wollt. Sollte das der Fall sein, loggt ihr euch einfach in das Owncloud-Interface ein, generiert einen Sharing-Link für die Datei und verschickt den.

Fertig ist die eigene Wolke.

Viel Spaß damit!

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Was vielleicht noch zu tun wäre

Es gibt ein paar Sachen, die ich noch als Baustelle ansehe, die aber nicht dringend für die Funktionalität notwendig waren.

  • Automount des USB-Sticks, ohne dass das grafische Interface geladen wird. Keine Ahnung woran das liegt, falls jemand einen Tipp hat: Gerne. (Solved)
  • btsync ordentlich aufrufen. Der rc.local-Aufruf scheint ein dreckiger Hack zu sein. Für die saubere Alternative per init.d-Skript(?) war ich zu faul, vielleicht geht es noch irgendwie anders? Außerdem scheint es auch schlechter Stil zu sein, btsync als root laufen zu lassen, bin aber von dem entsprechenden Hinweis überfordert.
  • Webinterface von btsync absichern oder ausschalten. Ist zwar nur vom internen Netzwerk erreichbar, guter Stil ist das aber nicht. Entweder man regelt alles per config-Datei oder man versucht da auch irgendwie SSL draufzuwerfen.
  • Owncloud ersetzen. Ich habe mir schon eine hochgezogene Augenbraue eingefangen, weil ich mit Owncloud PHP auf meinem Pi betreibe, was verächtlich belächelt wird. Vielleicht gibt es auch eine einfachere Möglichkeit Dateien in einem btsync-Ordner online per Link bereit zu stellen.

So, das war es jetzt aber wirklich. Bin mal eben weg, ein paar Dateien synchronisieren.

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Updates/Anmerkungen

Automount von USB-Stick geht, in dem man einen Eintrag in die Datei fstab14 vornimmt. Dazu brauchen wir wieder den Texteditor:

sudo nano /etc/fstab

Dort tragt ihr unter den anderen Einträgen

/dev/sda1 /media/Boxes ext4 defaults 0 2

ein und speichert mit STRG + O, ENTER und STRG + X ab. Ab jetzt geht das System davon aus, dass der Stick dran ist, ihn abzuziehen, bevor ihr das System startet kann also Fehler hervorrufen.15 Dann könnt ihr nochmal das Konfigurationsprogramm aufrufen

sudo raspi-config

und unter Punkt “3 Enable Boot to Desktop/Scratch” die Option “Console Text console, requiring login (default)” aussuchen und bestätigen. Wenn euer Pi in Zukunft bootet, startet er das grafische System nicht mehr und spart so ein paar Ressourcen. Der USB-Stick wird trotzdem automatisch eingebunden. Falls ihr das Speichermedium mal ändern wollt, einfach die Schritte wiederholen.

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  1. Zumindest wenn man von Battlefield 4 oder GTA V redet, als Emulator für Retrogaming kann das Teil was. []
  2. Ich hatte da zwar erst solche Links drin, aber nachdem mir zwei Leute gesagt haben, dass es eigentlich ganz schön schizo ist, ein eigenes Datencenter zu bauen und dann zu einem Sammler verlinken, musste ich zugeben, dass sie recht hatten. []
  3. Quelle: Wie Sie eine SHA1-Prüfsumme kontrollieren können. []
  4. Quelle: Replace Dropbox with BitTorrent Sync and a Raspberry Pi []
  5. Ich weiß, dass das alles nicht der supereffizienteste Weg ist, aber ich hatte keine Lust mich mit Automountpunkten und Krams rumzuschlagen. Ja, das ist der Grund, warum man in die GUI booten soll, da funktioniert das nämlich problemlos. []
  6. Vielen Dank, @heeaad []
  7. Nein, nicht “admin” und “passwort” wie hier in dem Beispielscreenshot! []
  8. Wie das geht, erfahrt ihr direkt bei den BitTorrent Labs. []
  9. Vielen Dank @klapauzius und @deveth0. Das ist kein sehr sauberer Weg, aber es ist die einfachste Version. Wenn ihr es ordentlich machen wollt, findet ihr in Jacks Artikel am Ende eine Anleitung. []
  10. Ja, dadurch wird btsync als root ausgeführt, das wird es aber sowieso, ist also kein Unterschied. Für den neugierigen User: Man kann in der rc.local auch Kommandos mit su $Username -c “Kommando” eintragen und damit Sachen auch als Nicht-Root starten. Quelle []
  11. Quelle: How I Created My Own Personal Cloud Using BitTorrent Sync, Owncloud, and Raspberry Pi []
  12. Quelle: Karesyk/Youtube-Kommentar. Ja, ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist. []
  13. Nein, der User sollte natürlich anders heißen! []
  14. Vielen Dank @deveth0 und @ronsens []
  15. Mal abgesehen davon, dass das Teil dann eh nicht mehr so funktioniert, wie es soll. []

69 Comments

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69 Responses to Meine eigene kleine Dropbox

  1. Lambda

    Gutes How-To
    Ich bin zwar anfangs an einer zu kleinen SD-Card gescheitert ( 4GB sind wohl doch etwas knapp), dafür kann mein Pi Tastatur und Maus versorgen.

  2. Michael

    Weshalb wird OwnCloud auf PI “verächtlich belächelt”?
    Ich betreibe das erfolgreich mit einer grossen WD Red HD (für 24x7 Dauerbetrieb gut geeignet und ausserdem sparsam). Richtig performant ist das natürlich nicht, aber mir genügt es allemal.

  3. jeff

    Mal ne ganz blöde Frage: Wie kann ich im ownCloud-Skript OK drücken? Mit der Tabulatortaste kann ich zwar zwischen OK und Abbrechen hin- und herwechseln, aber einer der Punkte oben bleibt immer markiert und wird auch ausgewählt, wenn ich Enter drücke. Habe auch keinen Shortcut in Kombination mit „o“ gefunden, um das OK auszuführen.

    Wenn ich das Skript abbreche, wird bspw. die URL-Einstellung nicht übernommen.

  4. Danke für den schönen Einstieg! Dein Blogpost war vielleicht der Anstoß, mir diese Woche einen Raspberry Pi zu kaufen.

    Schon erstaunlich, was man alles auf so einem kleinen Teil laufen lassen kann. Habe bisher BTSync, ownCloud und den Mailserver Citadel am Laufen. Als Statistiktool eignet sich RPi-Monitor ganz gut. Mit ddclient habe ich mir DynDNS für meinen Domain-Registrar (Domain-Offensive) eingerichtet. Bin auch völliger Linux-Anfänger, auch schon lange keine Seite mehr gehostet und bin sehr erstaunt, dass ich jetzt für 2,50€ im Jahr meinen kleinen Server mit Cloud und Mail per eigener .de-Domain erreiche. Wer das erstmal kostenlos probieren will, dem empfehle ich no-ip.com.

    Was ich diese Nacht 🙂 gemacht habe, ist, den Root-Folder bzw. die Root-Partition „/“ auf meine externe USB-Festplatte umzuziehen. Anscheinend darf man sich sonst im 24/7-Dauerbetrieb darauf gefasst machen, dass man sich innerhalb einiger Wochen oder weniger Monate seine SD-Karte schrottet.
    Siehe hier:
    http://raspberrypi.stackexchange.com/questions/169/how-can-i-extend-the-life-of-my-sd-card
    Ein paar Übergangslösungen hier:
    http://raspberrypi.stackexchange.com/questions/169/how-can-i-extend-the-life-of-my-sd-card

    Auf alle Fälle sollte man schleunigst die Swap-Datei löschen, bei allen SD-Karten-Partitionen hinter defaults noch noatime hinzufügen (= „defaults,noatime“) und eventuell /var/tmp in den RAM verschieben. Das ist zumindest schnell gemacht (siehe zweiter Link).

    Ich habe aber in Anlehnung an diese Anleitung:
    http://raspberrycenter.de/forum/raspbian-festplatte-betreiben
    den Inhalt der SD-Karte einfach auf eine Festplatten-Partition kopiert. USB-Stick geht auch. Mit ein paar kleinen Einstellungen sorgt man dafür, dass die SD-Karte bzw. die 40MB große Boot-Partition der SD-Karte nur noch kurz am Anfang beim Booten gelesen wird (keine Schreibzugriffe mehr) und dann der Rest an die Festplatte übergeben wird. Meine 1TB-Festplatte besteht jetzt aus einer 16GB großen System-Partition (da ist jetzt das drauf, was auf der SD-Karte war), einer 512MB Swap-Partition und dem Rest als Cloud-Speicher.

    Als nächstes will ich noch ein Mediawiki installieren. Ich hoffe, dass ich demnächst Zeit finde, da mal auch nochmal meine Vorgehensweise für die Auslagerung auf die Festplatte ausführlich zu aufzuschreiben.

  5. Pingback: Die selfmade Cloud | www.ruhezustand.net

  6. Pingback: Raspberry Pi – Bittorrent Sync | Kaito.netai.net

  7. Kann das so eingerichtete Bittorrent Sync ohne weiteres mit den mobilen Clients (iOS) aus dem Internet (also nicht im LAN) erreicht werden?

  8. @Sebastian: Ja, das geht.

  9. Pingback: RaspberryPi-Bequemlichkeiten | urbandesire

  10. Pingback: links for 2014-01-05 | urbandesire

  11. Artur

    Hallo, super Beschreibung. Sollte in der “btsync.conf” nicht auch “storage_path” angepasst werden? Ansonsten gibt es bei mir beim Start von btsync eine Fehlermeldung.

  12. Why visitors still use to read news papers when in this
    technological globe all is existing on net?

  13. Pingback: ruhezustand-Blog

  14. Pingback: ruhezustand-Blog

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  17. Mathias

    Hallo und vielen Dank für diesen tollen Einstieg! Auch bei mir war dieser Artikel ausschlaggebend für den Pi Kauf.

    Eine Frage hätte ich aber: Benutzt du BitSynch “nur”, um einen Dateiordner auf mehreren Devices zu synchronisieren? Weil das kann Owncloud doch auch alleine, oder? Oder gibt es irgendeinen Datenschutzmäßigen Grund, warum man noch die BitSynch struktur um die Owncloud herum baut?

    Ansonsten noch mal Danke für diesen tollen Artikel!

  18. @Mathias: Ich benutze den Sync ja um zwei Ordner zu synchronisieren: Auf einen hat Owncloud Zugriff auf den anderen nicht. Dahinter steckt der Gedanke, dass Owncloud ja direkt durch das Webinterface angreifbar ist und ich manche meiner Dateien da nicht direkt drin haben will. Dass der Ordner auf den Owncloud eh auch Zugriff hat trotzdem von BitSync kontrolliert wird, liegt daran, dass ich mir auf meinen Rechner dann nur einen Sync-Client installieren muss: Bitsync. Owncloud benutze ich nur als Webdav/Caldav-Server und bei Bedarf eben die Weboberfläche.

  19. Pingback: Probier mal was Neues - Mit dem Raspberry Pi! - halderweb

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