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Spielt mit mir!

People playing in a korean arcade hall

Liebe Hörerinnen und Hörer,

ich suche für ein Radioprojekt Kinder zwischen 10 und 12 Jahren1, mit denen ich über ihr Lieblingsvideospiel sprechen kann. Das Gespräch soll aufgenommen werden und als Grundlage für einen Beitrag dienen.

Ziel ist es, die (Game)-Lebenswelt von Kindern authentisch darzustellen und Gleichaltrigen – aber auch Eltern – einen Einblick zu geben. Dabei soll es unter anderem darum gehen, was am Lieblingsspiel besonders ist, wie viel Zeit man dafür mitbringen muss und wovon es überhaupt handelt.

Wichtig: Es braucht keinerlei aktuellen Bezug, es geht wirklich um das Lieblings Videospiel. Videospiel meint alle digitalen Inhalte: Computer, Konsole, Smartphone – das Gerät ist egal.

Für das Interview würde ich mit einem Aufnahmegerät vorbeikommen. Ich würde mir das Spiel selbst zeigen lassen und dann das Interview (ca. 15 Minuten) aufnehmen. Alles in allem beträgt der Zeitaufwand maximal 1 Stunde. Und ich bräuchte natürlich eine Einverständniserklärung der Eltern – sowohl damit ich überhaupt anfrage, als auch ganz formell.

Ich suche vorzugsweise in Berlin, aber wenn es nicht zu weit weg ist und mehrere Protagonist*innen zusammen kommen, könnte ich mir auch Hamburg, Leipzig oder ähnliche Entfernungen vorstellen. [Podcastprofis mit eigenem Equipment geht natürlich auch. :)]

Falls Ihr Euch vorstellen könnte, dass ein junger Mensch, den ihr kennt, daran Spaß haben könnte, würde ich mich über eine Nachricht freuen. Entweder hier in den Kommentaren, per Mail an spielen(at)monoxyd.de oder per Twitterdirektnachricht an @monoxyd.

Bild: Arcade photo by Ciaran O’Brien

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  1. Ende 9 oder Anfang 13 geht auch noch []

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Lovers In A Dangerous Spacetime

Das rosarunde Raumschiff "Kaugummi Null" von Lovers In A Dangerous Spacetime wird von einem Roboter und zwei Weltraumfliegen angegriffen

“Marcus, Marcus, kannst du uns einen Mehrspieler-Gametipp geben?”
“Au ja, denn auch Anfänger*innen spielen können? Am besten auch mit Kindern?”
“Und man in wechselnden Gruppenstärken spielen? Bitte!”

“Aber sicher doch liebe Kinderinnen und Kinder! Ihr wollt Lovers In A Dangerous Spacetime spielen!”

Lovers In A Dangerous Space Time ist schon etwas älter, ich bin dieses Jahr darauf gekommen, weil es für die Nintendo Switch erschienen ist. Eigentlich wollte ich es schon im Winterurlaub spielen, aber da fanden die Kids “Shadow of the Colossus” spannender. Letztens am Zeugnistag haben wir dann damit angefangen und was soll ich sagen: Es ist perfekt.

Die Liebe ist in Gefahr!
Die Geschichte dieses Ballerspiels ist einfach, aber voller Liebe. Denn die Kraft der Liebe, die das ganze Universum antrieb, kam abhanden und der Liebesreaktor ist zerstört. Die vier Teile sind irgendwo im Weltraum versteckt und es liegt an den ein bis vier tapferen Held*innen, diese mit Hilfe ihres Raumschiffs “Kaugummi Null” wiederfinden.

Die vier Teile sind in vier Kampagnen versteckt, die jeweils aus fünf Leveln bestehen. Meistens geht es darum, das Level zu erforschen, niedliche Wesen aus Gefängnissen zu retten und Cartoon-Monster mit den Kanonen des Raumschiffs abzuballern.

Die Kanonen müssen von einem Spielenden besetzt sein. Genauso wie der Schutzschild, der Antrieb, der Kartenmonitor und die Superwaffe. Jede Spieler*in kann einen dieser Plätze einnehmen, man kann jederzeit wechseln und in dem Raumschiff das in einer Art Aufriss angezeigt wird, die Plätze wechseln.

Auch für “Sehr Anfänger” geeignet
Die Grafik ist bunt und comicartig, die Musik und Sounds beschwingt, die Gegner ungruselig und das Spiel eine actionreiche Mischung aus entdecken und ballern. Was das Spiel aber wirklich, wirklich einzigartig macht ist die Mischung aus Spielmechanik und Balancing.

Es gibt Schwierigkeitsabstufungen von “Sehr Anfänger” zu “Schwer”. Soweit, so normal für ein Spiel. Aber selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad muss man zusammenarbeiten. Jeder muss seinen Job finden, man bespricht gemeinsam, wo die Upgrades hinkommen oder wechselt sich mit Bestimmen ab und hat auf jeden Fall zusammen Spaß.

Es gibt keinen Besten, man feuert sich gegenseitig und es gibt kaum Anlaß gegeneinander anzutreten – man spielt, gewinnt und verliert miteinander.

Für Eliteballerer und trunkene Seebären
Bei vielen Koop-Spielen tritt dann das Problem auf, dass entweder die Schwächsten total überfordert sind oder die Könner sich total langweilen. Aber die Lovers bringen auch hier alle zusammen, weil sich die unterschiedlichen Jobs sehr gut ergänzen. Jemand schießt wie wild um sich, aber trifft kaum? Kein Problem, die Steuerung fliegt einen geschickten Ausweichkurs. Der Steuermann oder die Steuerfrau schlingern wie ein trunkener Seebär durch die Gegend? Kein Problem, der Schutzschild ist immer so ausgerichtet, das Aufpraller abgefangen werden.

Man kann halt nicht alleine gewinnen und darin steckt eine wichtige Lektion, die spielerisch vermittelt wird.

Und noch etwas: Die Spieler ist mit 20 – 30 Minuten pro Level auch gut getroffen. Lang genug, dass es für ein echtes Erfolgserlebnis reicht, kurz genug, damit man sagen kann “Jetzt noch eins, dann geht’s ins Bett.” Wenn man weiterspielen will, muss es auch nicht unbedingt dasselbe Team sein, man kann jederzeit bei einem Neustart des Spiels die Anzahl der Mitspieler*innen ändern. Das macht es ja manchmal auch einfacher.

Mit anderen Worten: Es ist perfekt. Falls ihr also mal wieder ein Spiel sucht, dass ihr mit bis zu vier Menschen in einem Raum zusammenspielen wollt, steigt in die Kaugummi Null und rettet das Universum vor der Anti-Liebe!

Lovers In A Dangerous Spacetime” ist für Windows, Mac, Linux, Playstation 4, XBox One und Switch erschienen und kostet regulär 14,99 €. Von der USK ist es ab 12 Jahren freigegeben, ich halte es aber schon für 8-Jährige spielbar. Wie immer gilt, was auch dasnuf sagt: Redet mit euren Kindern! (Generell ist ganz schlau, was dasnuf zum Medien, Kindern und Eltern sagt, es gibt da eine ganze Serie.)

Nachtrag (weil das auf Twitter aufkam): Zusatzcontroller für die Switch sind ja relativ teuer. Falls noch eine Zweitkonsole im Haushalt existiert, kann man sich mit einem solchen Adapter behelfen, bei mir hat damit der Anschluß eines PS4-Pads an die Switch problemlos geklappt.

Ballerspiele macht ja bekanntermaßen einsam, dumm und 
arbeitslos. Wenn ihr mir einen Kaffee ausgebt, könnt ihr 
mir schreiben, wie ich mich davor retten könnte.

 

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Filed under [angespielt], zwischendurch

Ich erwarte euch

Ein Mann mit Bart schaut aus den Wolken von einem Dach herab. Auf der rechten Seite steht "Ich erwarte euch. Pfarrer Hanns-Christoph Richter. Geboren 06.November 1951. Gestorben 27. Mai 2018.

Am 27. Mai 2018 ist um 13:00 mein Vater gestorben.

Glücklicherweise – dazu gibt es noch eine ganz große, unfassbare Geschichte, die später erzählt werden soll – hat er uns vorher gesagt, wie er sich seine Beerdigung vorstellt. Dabei hat er uns auch einen Spruch mitgegeben, den er irgendwo haben wollte – auf dem Grabstein oder der Anzeige, das war ihm egal, aber er sollte da sein. Man könnte sagen: Seine offiziellen letzten Worte.

Er hat sich auch gewünscht, dass seine Kinder etwas auf der Beerdigung sagen können, wenn sie wollen. Und auch wenn das vielleicht für Außenstehende pathetisch klingt, war mir sofort klar: Ich will. Fast schon: Ich muss. Ich will diesen Moment nicht ungesagt verstreichen lassen und ihn und diesen Menschen teilen.

Am 05. Juni um 13:00 Uhr ist mein Vater beerdigt worden. Und das waren meine Worte:


 

Ein Mann steht vor einem bunt bemalten Sarg vor einem Altar.

Ich bin Marcus. Ich bin heute hier zusammen mit meinen Geschwistern, weil wir unseren Vater beerdigen.

Aber: Warum stehe ich jetzt hier vorne? Mein Vater hat mir doch immer davon abgeraten, Pfarrer zu werden? Warum stehe und rede ich jetzt trotzdem in einer Kirche?

Ich stehe hier, weil er uns seine letzten Worten mitgegeben hat. Und in mir haben diese Worte das unstillbare Verlangen ausgelöst euch heute ein Stück Hanns-Christoph zu zeigen, von dem ich möchte, dass ihr es mitnehmt.

Ich erwarte euch.

Diese Worte bringen ein klares Bild mit: Hanns-Christoph, an einem Tisch. Der Tisch ist groß, aber bis auf ein paar Gläser und Getränke leer, bereit und bereitet viele Menschen aufzunehmen.

Hinter ihm eine große Standuhr, die ihn Zeit seines Lebens begleitet und den Tag mit harmonischen Halbstundenschlägen unterteilt hat. Und ein Fenster hinter dem ein Fluß entlangfließt. Und auch wenn dieses Bild einigen von euch als ein sehr konkreter, bestimmter Ort scheint, gab es dieses Bild immer wieder: Der Tisch, die Uhr, der Fluß hinterm Haus.

In diesem Bild ist sein Ich groß und präsent. Der Raum ist leer, aber gefüllt mit dieser Hanns-Christoph-Anwesenheit. Raumgreifend, platzeinnehmend mit so einer Art einladender – aber auch fast schon provozierender – Gastfreundschaft: „Kommt herein, setzt euch hin, seid bei mir.“

Auf den ersten Blick wirkt das gemütlich, wie der kurze Moment bevor die Feier, das ausgelassene Beisammensein losgeht. Aber: Es ist eben davor, Hanns-Christoph ist alleine in diesem Bild. Und – das ist mir sehr spät klar geworden – hofft in dieser Einsamkeit darauf, dass auch wirklich jemand kommt und deswegen sagt er:

Ich erwarte euch.

Diese Worte wiegen schwer. Diese Worte sind Verpflichtung und Versprechen in einem. Hanns-Christoph erwartet…

…Liebe. Aufrichtigkeit. Familie. Aufeinander stolz sein. Anerkennung.

Wenn einem das so auf den Tisch gelegt wird, kann es schnell überfordern, so wie er es mir auf den Tisch gelegt hat, und es hat mich oft überfordert. Diese Erwartung wurde zur Forderung, zur Aufforderung, zur Anforderung, zur Prüfung.

Bis ich verstanden habe: Er erwartet das nicht nur von mir, von uns, von euch. Er erwartet es vor allem auch von sich. Wer seine Geschichte kennt, wer Geschichten von ihm kennt, muss jetzt vielleicht lächeln oder sogar mit den Augen rollen, wenn ich sage:

Er hat immer viel von sich erwartet. Ein guter Vater zu sein. Ein guter Partner. Ein guter Freund. Und er hofft darauf, dass er euch in dieser Erwartung gerecht geworden ist und deswegen sagt er:

Ich erwarte euch.

Ehrlich gesagt, ist es dieses „euch“, das mich wahnsinnig macht. Das klingt erstmal so schön, so trostspendend, so kurz vom dem Tod gesagtes: „Ich bin schon da, kommt nach.“

Aber diese Worte trennen eben auch zwischen „ich“ und „euch“.

Ihr seid hier. Wir sind hier. Und Hanns-Christoph ist es nicht mehr…

…und das ist ganz schön bitter.

Aber – und ich bin sehr dankbar, dass ich das in den letzten Wochen erleben durfte – viel von dem, was ich jetzt gerade gesagt habe, ist meine Interpretation, die wahrscheinlich mehr über mich sagt, als über ihn, aber auch deswegen stehe ich jetzt hier, weil diese Worte eben das Letzte sind, was er mir und uns und euch hinterlassen hat.

Für mich klingt aus diesen Worten die große Suche nach Geborgenheit und „zu Hause sein“ und einen Ort haben, an dem man jemand anderen erwarten kann – und ich glaube Hanns-Christoph hat diesen Ort gefunden.

Und das meine ich – erst einmal – gar nicht metaphysisch, sondern ganz, ganz konkret. Hanns-Christoph ist in den letzten Jahren angekommen. Nicht da, wo ich ihn mir gewünscht habe, wahrscheinlich nicht einmal da, wo er es sich früher hätte träumen lassen können, aber da, wo er nicht mehr wegwollte. Und da, wo wir Kinder bis zum Schluß bei ihm sein konnten.

Aber jetzt heisst erst einmal Abschied nehmen und wenn ich mir nach all den Strapazen noch eins von euch wünschen darf, dann geht hin,

nehmt Hanns-Christoph mit und

weint

und

lebt

und

liebt

und seid sicher:

Er erwartet uns.

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Unendlichkeit

Liebe Leserinnen und Leser, ich habe beschlossen doch noch eine Doktorarbeit zu schreiben. Und zwar am Institut für angewandte Chrono-Theorien. Ich kann nämlich die Unendlichkeit messen.

***

Unendlichkeit ist nicht der fünfte Schuhladen, den man betritt, wenn man naiv und heiter beschlossen hat, am Nachmittag dem großen Kind noch mal eben neue Schuhe kaufen zu gehen und es eh schon zu spät ist, aber man dennoch denkt…

Na komm. Den einen Schuhladen können wir jetzt auch noch. Vielleicht findet sich ja hier was.

Unendlichkeit ist auch nicht, wenn die Schuhe alle anfangen gleich auszusehen und man eigentlich gar nicht mehr weiß, warum jetzt dieses eine Paar keine Gnade vor den Augen des Kindes fand, obwohl es doch fast genauso aussieht wie das andere Paar, wo aber die Spitzen zu eng, die Hacken zu kneifig oder die Oberseite zu groß ist.

Hier, der sieht doch ganz schön aus, den mag es doch best… Oh. Nicht. Nein. Na gut.

Undendlichkeit ist auch nicht, wenn das jüngere Geschwister auf einmal weg ist und man gleichzeitig versucht, sich daran zu erinnern, wo es sein könnte und sich selbst davon zu überzeugen, dass man, auch wenn die Schuhe wirklich schön sind, dennoch im Budget bleibt und schließlich in der Halloween-Abteilung fündig wird. Also das Geschwister wiederfindet, keine Schuhe.

Ach guck die Maske mit dem herausfallenden Auge ist wirklich lustig ob ich nicht vielleicht doch 150 Euro ausgeben soll und der abgerissene Finger ist eigentlich auch schön eklig wo ist eigentlich jetzt das Geschwister na gut aber 30 über Budget ist doch auch noch ok oder doch lieber keine Spinnenschokolade?

Und dann kommt der Moment, wo man im achten Laden steht und da gibt es so ein Paar Schuhe. Das gefällt. Das sogar fast genauso aussieht, wie die ursprünglichen im Internet gesehenen Wunschschuhe. Das aber nur zwei Drittel vom eigentlich veranschlagten Wunschbudget kostet. Das passt. Das sogar noch dann passt, wenn man sich zusammen gerissen und nicht gleich beim ersten Anzeichen gekauft, sondern gesagt hat: “Geh noch mal durch den ganzen Laden und renn auch mal damit.”

Wenn das Kind dann da steht in den Schuhen.

Und an den Schuhen runter schaut.

Und herum tänzelt.

Nochmal hinter dem Regal verschwindet.

Zurück kommt.

Nachdenklich nach unten schaut.

Zu dir schaut und während du versuchst dein hoffnungsvolles “KAUFEN WIR DIE JETZT ODER WAS BITTE BITTE SAG DAS WIR DIE JETZT KAUFEN”-Gesicht zu verstecken.

Wieder hinter dem Regal verschwindet.

Andere Schuhe anschaut. (Oh nein, warum schaut es andere Schuhe an, die waren doch gut, bittebittebitte.)

Zurückkommt.

Nach unten schaut.

Leicht die Nase rümpft.

Skeptisch die Schuhe noch mal von allen Seiten betrachtet.

Luft holt und…

DAS HIER IST DIE UNENDLICHKEIT. LIEBE FREUNDE, GENAU DASS HIER! DIESER MOMENT BEVOR ES SAGT:

“Die gefallen mir. Am liebsten würde ich die gleich anziehen.”

Engelschöre ertönen, ein Spalier aus Menschen, die mit Pompoms wedeln und Konfetti in die Luft werfen, stehen an dem Weg zur Kasse. Pieppiep, keine Kundenkarte, ja danke, die nehmen wir so mit, schönen Abend noch, tosender Applaus, Vorhang fällt, Verbeugung, Abgang.

***

PS: Ich habe erst im Nachhinein gelernt, dass ich alles richtig falsch gemacht habe. Und anscheinend kann man mich jetzt mieten.

Bild von Jakob Owens auf Unsplash.

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Oh! Hi, Mama! – OHM #12

Image from page 108 of "St. Nicholas [serial]" (1873)

Es begab sich aber zu der Zeit und etwas nach über einem Jahr und Tag, dass sich die Herren Erdgeist und Monoxyd auf einem Congresse trafen, der zwischen den Jahren in einem alten Gemäuer welches zum letzten Mal seine Pforten öffnete, stattfand.

Hierüber nun arg erfreut, beguben sie sich zu zwei Mikrofonen um zu erläutern, wie es um Einlass zu ebenjenem Congresse sowie SprecherInnentum, Breitbandigkeit und verfälschte Neuigkeiten stund. Zu Gast die ungenannten Experten die jeweiliges Leuchten in die Fachbereiche brachten und allerlei kurzweil, dem die geneigte Hörerin ihr Ohr leihen möge.

Erfreuet euch!

OHM ist eine Kollaborationsproduktion der Herren @erdgeist & @monoxyd. Bei Gefallen abonnieren (RSSiTunes), kommentieren (ArtikeliTunes) und flatterieren (erdgeistmonoxyd) Sie bitte reichhaltig und kommentieren Sie die Episode!

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EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! GEDANKEN! RICHTIG!

Liebes Tagebuch,

ich habe selten Gewaltphantasien. Aber wenn, dann ist es richtig schlimm.

Jetzt gerade möchte ich zum Beispiel der Mutter gegenüber das Tablet ihrer Kinder um die Ohren hauen. Keine Angst, es würde nicht viel passieren, das ist mit einem dicken weichen Gummirand versehen.

Warum fragst du? Weil es in regelmäßig in unregelmäßigen Abständen – also genau so, dass es einen irre  macht, weil man denkt “Jetzt isses vorbei” – EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! BLUMEN! RICHTIG! quäkt. Auch als ich – wirklich ganz freundlich und ruhig – gefragt habe, ob man das nicht leisen machen könnte. Ich habe nicht mal eine Antwort bekommen.

TIPPE AUF DIE RICHTIGE ANTWORT! EINS! ZWEI! DREI! FISCHE! RICHTIG!

Wir sitzen übrigens im Ruheabteil, wo ich mir extra einen Platz reserviert hatte. Für EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! EURO! RICHTIG!. Mir ist klar, dass es hier keine Ruhe gibt, aber ich hatte halt darauf gehofft, wenigstens von telefonierenden Leuten und Geräuschen elektronischer Geräte verschont zu werden.

Das ist mir übrigens wichtig: Künstlich erzeugte Geräusche. Mich stören nicht die Kinder. Ich will keine kinderfreien Zonen. Ich kann auch gut ertragen, dass die beiden Kids sich die ganze Zeit kabbeln, WEIL ES DOCH JETZT ECHT MA LASS MICH AUCH MA DRAUFGUCKEN EH WAS SOLL DENN DAS MAMA!. Das ist kein Problem. So ist das halt. Und wenn es nicht die eigenen sind, ist das sogar lustig.

Aber diese EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! ELEKTRONISCHEN GERÄUSCHE! RICHTIG! machen mich verrückt. Weil die nicht sein müssten. Stellt es doch leise. (Die Kinder können lesen.) Nehmt doch Kopfhörer. (Und wenn ihr sie vergessen habt, weil es gerade total stressig ist und die Kids anders wirklich nicht können, erklärt es mir, wenn ich um Ruhe bitte.)

Ich wollte zum Hauptbahnhof. Ich bin dann in Spandau ausgestiegen. In die S-Bahn EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! RICHTUNG CHARLOTTENBURG!

####

PS: Ich finde das auch aus strategischen Gründen ärgerlich. So ein Verhalten trägt dazu bei, dass Kinder in der Öffentlichkeit als Störenfriede wahrgenommen werden und kinderfreie Zonen gefordert sind. Und (das soll wirklich keine Drohung sein, dass ist nur eine Vermutung): Menschen mit weniger Impulskontrolle schreien dann vielleicht die Kinder an, die sich dann fragen, was sie falsch gemacht haben. Gar nichts. Und deshalb: Siehe oben.

PPS: Wir hatten schon mal in der Weisheit schon mal über kinderfreie Zonen – und welche Rolle nachlässige Eltern in der Entwicklung dieser irren Idee spielen – gesprochen. (Weiterführende Literatur zum Thema bei das nuf  und Zeit Online.)

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12 Bilder vom 12. (Mai ’16)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Leitmedium darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

 

Alles beginnt damit, dass ich beim ersten Blick auf mein Handy feststelle, dass das neue Instagram-Logo wirklich so schlimm aussieht, wie alle sagen.

Ich grübele schon die ganze Zeit, wie ich den Spieletest für Deutschlandradio Kultur heute gestalten soll. Auf diesem Treppenabsatz kommt mir die zündende Idee.

Habe wichtigen Termin, fahre früher als gewöhnlich los, stehe trotzdem überlang im Stau. :/


Die nächste Hiobsbotschaft: Mein mobiles Datenvolumen ist aufgebraucht. Na das kann ja heiter werden.


Nachdem der wichtige Termin und die Vorbereitung für Deutschlandradio Kultur super liefern, scheitere ich in der Mittagspause an der letzten Karte in einer Partie Cardcrawl.


Der Auftritt in der Sendung “Kompressor” zum subversiven Potential von Computerspielen habe ich auch hinter mich gebracht, damit ist Feierabend.

Während ich mich zum gemeinsamen Eis Essen auf den Weg mache, versuche ich einmal so zu fotografieren wie Kosmar.

Das Milchreiseis ist so lecker, dass ich ganz vergesse, dass ich es fotografieren wollte. Ups.

Noch schnell einkaufen. Kein Problem. Wir wissen ja genau, was wir wollen. Und sind es auch gewohnt, den schreienden Miniminion an einem Fuß durch den Supermarkt zu ziehen. Dauert nur fünf Minuten!

Weil ich befürchte, die 12 Bilder nicht alleine zu schaffen, gebe ich dem Mittelminion den Auftrag mir ein Bild zu machen. Es zeigt mir seine Höhle und meint ich soll dazu schreiben: “Seit fünf Tagen immer noch nicht aufgeräumt!”

Ich versuche seit Wochen diesen Container in schön zu fotografieren, weil er in der Abendsonne immer so schön orange strahlt. Die Kamera kann es nicht einfangen, ich muss die Sättigung des Bildes erhöhen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. (Jaja, so wird das nie was mit dem Instagram-Ruhm.)

Und zum Abschluß endlich die Folge Game of Thrones schauen, die mir schon vor einer Woche gespoilert wurde. Von meinem iPhone.

Weitere #12von12 gibt es bei Draußen nur Kännchen (Das Original™ und eine Sammelliste). Nächsten Monat gibt es vielleicht wieder 12 von 12 auf meinem Instagram-Account und/oder Twitter.

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Blue Moon: Online Harassment

Wer sich im Internet bewegt und dazu noch eine Frau ist, muss damit rechnen, mit finsteren Morddrohungen, ekelerregenden Vergewaltigungsphantasien oder furchteinflössenden Eingriffen in die eigene Privatsphäre konfrontiert zu werden.

Aber das ist noch längst nicht alles: Nur wer sich in entsprechenden Onlinekreisen aufhält, hat schon mal davon gehört, wie schlimm es werden kann. Ein Großteil der Menschen fällt immer noch aus allen Wolken, wenn sie über das reale Ausmaß von Online-Harassment (wörtlich: Belästigung, Schikane. Aber das trifft es nicht richtig.) informiert werden.

Der Erfolg des obigen Videos ist sicher auch damit zu erklären, dass es John Oliver schafft, ein so schwieriges Thema so gekonnt zu verpacken – und das vielen erst beim Anschauen klar wird, wie menschenverachtend manche Dinge sind, die im Netz geschehen.

Leider bleibt es dann meistens dabei, dass so ein Video geteilt, geguckt und dann wieder vergessen wird. Vielleicht hat deshalb Anne Wizorek gefordert:

Zufälligerweise habe ich diesen Donnerstag (also quasi heute) um 22:00 Uhr einen Blue Moon auf Fritz, dass ist eine zweistündige Talksendung, bei der Hörerinnen und Hörer – also ihr – anrufen und erzählen, diskutieren oder Fragen stellen können. Und diese zwei Stunden möchte ich für dieses Thema nutzen. Anita Sarkeesian hat mal gesagt:

Eines der krassesten Dinge, das ihr tun könnt, ist es Frauen zu glauben, wenn die von ihren Erfahrungen sprechen.

Ich würde den Blue Moon zur Verfügung stellen, damit genau das passieren kann: Betroffene zu Wort kommen lassen. Live, im Radio, ab 22:00 Uhr auf allen Frequenzen (und Streams) von Fritz:

BLUE MOON | DONNERSTAG | 25.06.2015
MIT MARCUS RICHTER

Revenge-Porn, Beleidigungen, Shitstorm, Todesdrohungen – Online-Belästigung ist nach wie vor ein großes Problem, vor allem für Frauen. Eine Lösung scheint nicht in Sicht, aber seit der US-Comedian John Oliver ein Video dazu veröffentlicht hat, wird wenigstens wieder über das Thema gesprochen.

Marcus Richter will im Blue Moon von Euch wissen, wie Ihr mit dem Thema umgeht. Seid Ihr schon mal belästigt oder bedroht worden? Wie kann man sich davor schützen oder dagegen wehren? Was können oder müssen Plattformen wie YouTube, Facebook oder Twitter dagegen tun?

Ich hoffe auf (Eure) rege Beteiligung, suche aber, weil das ein schweres und schwieriges Thema ist, schon mal hier für den Anfang der Sendung noch Betroffene, die ihre Geschichte erzählen würden. Falls Ihr dazu gehört oder jemanden vorschlagen könnt:

Meldet euch! Entweder hier in den Kommentaren, per Mail oder auf Twitter. Oder ruft direkt in der Sendung an, ab 22:00 Uhr unter 0331/7097110. [Edit] Weil ich gerade noch darauf hingewiesen wurde: Ihr könnt natürlich auch unter Pseudonym teilnehmen oder die Form “Geschichten, die einer Freundin passiert sind” wählen.[/edit]

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12 Bilder vom 12. Juni

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

Heute in einer Cheat-Version. Vielleicht mach ich das später noch schön…

2.) Motividee von @dasnuf klauen. Bedauern, dass es nicht dasselbe ist. #12von12 A photo posted by @monoxyd on

3.) Kurzer Toast bevor es los geht. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

4.) #Yoga, wie mit Muttern. #12von12 A photo posted by @monoxyd on

5.) VIP-Essen. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

6.) Frau @VeraLi hatte Geburtstag! \o/ #Kuchen #Torte #🎂 A photo posted by @monoxyd on

7.) Vorarbeit für @breitband. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

8.) Sommer! #Eis #erdbeeren #12von12 A photo posted by @monoxyd on

9.) Sommer!!! #uludağ #12von12

A photo posted by @monoxyd on

10.) “Ein spannender, lustiger und informativer Tierfilm!” #12von12 #rabbit A photo posted by @monoxyd on

11.) Ich brauch eigentlich auch mal neue #Schuhe. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

12.) Muttern kocht! #12von12 #pizza #chefkoch #cuisine /von @bxnjxmxn A photo posted by @monoxyd on

Weitere #12von12 gibt es hier: Das Nuf (Bestimmt bald auch für Juni.) – Buddenbohm – LeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen (Das Original). Habt ihr weitere Empfehlungen?

PS: Die Instagram-Embed-Funktion funktioniert meist nur mäßig und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen mir normalerweise Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

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Meerjungfrauen und Katholizismusparodie – Casually 000

ROOOAAAR von Advait "advaitphotographer" Murudkar unter CC BY

Es ist mal wieder Zeit für einen Neuanfang. Motivation: Dennis (Blog, Twitter), Iris (Podcast, Twitter), Rae (Blog, Twitter) und yours truly wollen podcasten. Am besten regelmäßig. Am besten irgendwas mit Spielen, Comics, Filmen, Netzkrams. So Zeug was uns unterhält, motiviert oder ärgert. Aber mit einem Anspruch: Leute mitnehmen, die noch keine Ahnung haben, aber interessiert sind.

Also quasi so eine Art Einführungsreise in unsere Kultur-, Unterhaltungs- und Metapopdiskussionsfilterbubble. Jedes Mal für alle und jedes Mal genau eine Stunde. Das Ergebnis könnte sich so wie hier anhören. Wenn wir und ihr damit halbwegs zufrieden seid, würden wir das gerne häufiger machen wollen. Was haltet ihr davon?

In Folge 0 haben wir noch keinen ordentlichen Vorspann, kämpfen ein bisschen mit der Technik und dem Format (wie sich das so gehört für einen Piloten) und haben uns über die folgenden Dinge unterhalten:

  1. Warum ist Saga eigentlich gerade der aktuelle Konsenscomic?
  2. Comixology oder Papier?
  3. Warum Kamala Khan eine tolle Ms Marvel ist.
  4. Das Spiel des Lebens
  5. Schöner Sterben mit Bloodborne
  6. Give us Roguelikes! (Curious Expedition, Hoplite, Microgue, Invisible Inc.FTL)

Bildnachweis: ROOOAAAR von Advait “advaitphotographer” Murudkar unter CC BY

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