Keine Zwangsfinanzierung von Medienkonzernen?

Seit einigen Tagen wird mir immer wieder eine Petition gegen die Abschaffung der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in die diversen Timelines gespült. Damit ich nicht jedes Mal dasselbe aufschreiben muss, hier mein Kommentar dazu:

Diese Petition ist unsäglicher neoliberaler “Der Markt soll es richten”-Quatsch. Wer die unterschreibt, hat nur bewiesen, dass er entweder nicht weiß, wie die deutsche Medienlandschaft funktioniert oder aber er will unbedingt nur noch Scripted-Reality-Casting-Fernsehen und Dudelfunk.

Und was das “Ich benutze es gar nicht”-Argument angeht: Ihr zahlt auch Krankenkasse, bevor ihr den Arzt mal so richtig nötig habt, oder? Ja, der Vergleich hinkt, aber soll zeigen dass öffentlich-rechtliche Medien dem Prinzip einer Solidargemeinschaft folgen. Und ja: Ich bin der Ansicht, dass wir staatlich finanzierte, unabhängige Medien brauchen.

Achtung: Ich bin auch der Ansicht, dass da viel verbesserungswürdig ist. Aber für eine Abschaffung der Finanzierung und einen Ersatz durch “Pay-TV Prinzip oder durch Werbeeinnahmen” zu fordern ist gefährlicher Blödsinn.”

Bitte, danke. Musste ich mal loswerden.

Disclaimer: Ich arbeite den größten Teil meiner Zeit beim ÖR. Diese Haltung hatte ich allerdings schon zuvor und werde sie auch weiterhin haben. 

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9 Comments

Filed under wahnsinn, zwischendurch

9 Responses to Keine Zwangsfinanzierung von Medienkonzernen?

  1. Absolute Zustimmung! Ohne die öffentlich-rechtlichen geht es nicht, auch wenn die öffentlich-rechtlichen vielleicht mal etwas anders gehen könnten.
    Und ich arbeite nicht beim ÖR 😉

  2. Danke für diesen Kommentar! Und so hinkend ist der Vergleich mit der Krankenversicherung gar nicht. Was hinkt ist die Auffassungsgabe derjenigen welche diese Petition unterzeichnen und ernst nehmen.

  3. Wenn Menschen Geld zahlen müssen, werden sie schnell kurzsichtig. vgl. Kindle-Buchpreise/Buchpreisbindung.

  4. Kerstin

    Das ist wie mit dem Mindestlohn. Soviele Länder haben ihn, aber in Deutschland wie so getan, als wenn es der Untergang ist. Auch Rundfunkgebühren gibt es in vielen westlichen Ländern und man sollte sich informieren, wer da die Abschaffung fordert und was diese Lobby davon hat.

  5. Pingback: Linkschleuder | stk

  6. Sven (esureL)

    Vollkommene Zustimmung!

    Der ÖR ist wichtig und schafft mittlerweile die einzigen Medienerzeugnisse, die überhaupt noch konsumierbar sind. Eine gesellschaftliche Diskussion mit offenem Visir sollten wir über den ÖR sicherlich führen – aber die Abschaffung kann und sollte kein Ziel sein.

    Alles Gute, eine besinnliche Adventszeit und eine gute Gesinnung für jedermann! 😉

  7. Lasse

    Staatlich FInanzierte Medien währen zumindest gerecht auf die Steuerzahler Verteilt

  8. André

    Ist das üblich, dass man an das Bundesverfassungsgericht Petitionen schickt? Warum klagen die nicht einfach…

    So nebenbei ist das keine besonders gut geschriebene Petition. Das Recht auf Abschalten hat man natürlich, nur zahlen muss man halt trotzdem. 😛

  9. q____q

    Shake-hands! Das ist exakt meine Meinung ÖR-Finanzierungsdebatte, da muss einiges umstrukturiert (und von Politik unabhängiger gemacht) werden aber Abschaffen/Privatisieren ist keine Lösung (Privatisierung ist übrigens nie eine Lösung, das sollten eigentlich alle mal begriffen haben).

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