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EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! GEDANKEN! RICHTIG!

Liebes Tagebuch,

ich habe selten Gewaltphantasien. Aber wenn, dann ist es richtig schlimm.

Jetzt gerade möchte ich zum Beispiel der Mutter gegenüber das Tablet ihrer Kinder um die Ohren hauen. Keine Angst, es würde nicht viel passieren, das ist mit einem dicken weichen Gummirand versehen.

Warum fragst du? Weil es in regelmäßig in unregelmäßigen Abständen – also genau so, dass es einen irre  macht, weil man denkt “Jetzt isses vorbei” – EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! BLUMEN! RICHTIG! quäkt. Auch als ich – wirklich ganz freundlich und ruhig – gefragt habe, ob man das nicht leisen machen könnte. Ich habe nicht mal eine Antwort bekommen.

TIPPE AUF DIE RICHTIGE ANTWORT! EINS! ZWEI! DREI! FISCHE! RICHTIG!

Wir sitzen übrigens im Ruheabteil, wo ich mir extra einen Platz reserviert hatte. Für EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! EURO! RICHTIG!. Mir ist klar, dass es hier keine Ruhe gibt, aber ich hatte halt darauf gehofft, wenigstens von telefonierenden Leuten und Geräuschen elektronischer Geräte verschont zu werden.

Das ist mir übrigens wichtig: Künstlich erzeugte Geräusche. Mich stören nicht die Kinder. Ich will keine kinderfreien Zonen. Ich kann auch gut ertragen, dass die beiden Kids sich die ganze Zeit kabbeln, WEIL ES DOCH JETZT ECHT MA LASS MICH AUCH MA DRAUFGUCKEN EH WAS SOLL DENN DAS MAMA!. Das ist kein Problem. So ist das halt. Und wenn es nicht die eigenen sind, ist das sogar lustig.

Aber diese EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! ELEKTRONISCHEN GERÄUSCHE! RICHTIG! machen mich verrückt. Weil die nicht sein müssten. Stellt es doch leise. (Die Kinder können lesen.) Nehmt doch Kopfhörer. (Und wenn ihr sie vergessen habt, weil es gerade total stressig ist und die Kids anders wirklich nicht können, erklärt es mir, wenn ich um Ruhe bitte.)

Ich wollte zum Hauptbahnhof. Ich bin dann in Spandau ausgestiegen. In die S-Bahn EINS! ZWEI! DREI! VIER! FÜNF! RICHTUNG CHARLOTTENBURG!

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PS: Ich finde das auch aus strategischen Gründen ärgerlich. So ein Verhalten trägt dazu bei, dass Kinder in der Öffentlichkeit als Störenfriede wahrgenommen werden und kinderfreie Zonen gefordert sind. Und (das soll wirklich keine Drohung sein, dass ist nur eine Vermutung): Menschen mit weniger Impulskontrolle schreien dann vielleicht die Kinder an, die sich dann fragen, was sie falsch gemacht haben. Gar nichts. Und deshalb: Siehe oben.

PPS: Wir hatten schon mal in der Weisheit schon mal über kinderfreie Zonen – und welche Rolle nachlässige Eltern in der Entwicklung dieser irren Idee spielen – gesprochen. (Weiterführende Literatur zum Thema bei das nuf  und Zeit Online.)

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12 Bilder vom 12. (Mai ’16)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Leitmedium darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

 

Alles beginnt damit, dass ich beim ersten Blick auf mein Handy feststelle, dass das neue Instagram-Logo wirklich so schlimm aussieht, wie alle sagen.

Ich grübele schon die ganze Zeit, wie ich den Spieletest für Deutschlandradio Kultur heute gestalten soll. Auf diesem Treppenabsatz kommt mir die zündende Idee.

Habe wichtigen Termin, fahre früher als gewöhnlich los, stehe trotzdem überlang im Stau. :/


Die nächste Hiobsbotschaft: Mein mobiles Datenvolumen ist aufgebraucht. Na das kann ja heiter werden.


Nachdem der wichtige Termin und die Vorbereitung für Deutschlandradio Kultur super liefern, scheitere ich in der Mittagspause an der letzten Karte in einer Partie Cardcrawl.


Der Auftritt in der Sendung “Kompressor” zum subversiven Potential von Computerspielen habe ich auch hinter mich gebracht, damit ist Feierabend.

Während ich mich zum gemeinsamen Eis Essen auf den Weg mache, versuche ich einmal so zu fotografieren wie Kosmar.

Das Milchreiseis ist so lecker, dass ich ganz vergesse, dass ich es fotografieren wollte. Ups.

Noch schnell einkaufen. Kein Problem. Wir wissen ja genau, was wir wollen. Und sind es auch gewohnt, den schreienden Miniminion an einem Fuß durch den Supermarkt zu ziehen. Dauert nur fünf Minuten!

Weil ich befürchte, die 12 Bilder nicht alleine zu schaffen, gebe ich dem Mittelminion den Auftrag mir ein Bild zu machen. Es zeigt mir seine Höhle und meint ich soll dazu schreiben: “Seit fünf Tagen immer noch nicht aufgeräumt!”

Ich versuche seit Wochen diesen Container in schön zu fotografieren, weil er in der Abendsonne immer so schön orange strahlt. Die Kamera kann es nicht einfangen, ich muss die Sättigung des Bildes erhöhen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. (Jaja, so wird das nie was mit dem Instagram-Ruhm.)

Und zum Abschluß endlich die Folge Game of Thrones schauen, die mir schon vor einer Woche gespoilert wurde. Von meinem iPhone.

Weitere #12von12 gibt es bei Draußen nur Kännchen (Das Original™ und eine Sammelliste). Nächsten Monat gibt es vielleicht wieder 12 von 12 auf meinem Instagram-Account und/oder Twitter.

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12 Bilder vom 12. Juni

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

Heute in einer Cheat-Version. Vielleicht mach ich das später noch schön…

2.) Motividee von @dasnuf klauen. Bedauern, dass es nicht dasselbe ist. #12von12 A photo posted by @monoxyd on

3.) Kurzer Toast bevor es los geht. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

4.) #Yoga, wie mit Muttern. #12von12 A photo posted by @monoxyd on

5.) VIP-Essen. #12von12

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6.) Frau @VeraLi hatte Geburtstag! \o/ #Kuchen #Torte #🎂 A photo posted by @monoxyd on

7.) Vorarbeit für @breitband. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

8.) Sommer! #Eis #erdbeeren #12von12 A photo posted by @monoxyd on

9.) Sommer!!! #uludağ #12von12

A photo posted by @monoxyd on

10.) “Ein spannender, lustiger und informativer Tierfilm!” #12von12 #rabbit A photo posted by @monoxyd on

11.) Ich brauch eigentlich auch mal neue #Schuhe. #12von12

A photo posted by @monoxyd on

12.) Muttern kocht! #12von12 #pizza #chefkoch #cuisine /von @bxnjxmxn A photo posted by @monoxyd on

Weitere #12von12 gibt es hier: Das Nuf (Bestimmt bald auch für Juni.) – Buddenbohm – LeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen (Das Original). Habt ihr weitere Empfehlungen?

PS: Die Instagram-Embed-Funktion funktioniert meist nur mäßig und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen mir normalerweise Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

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12 Bilder vom 12. (Mai)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

Beim letzten #12von12 habe ich mich ein bisschen schwer damit getan, wirklich 12 Bilder hinzubekommen, deswegen bin ich am 11. extra lange wach geblieben. Nach Mitternacht zählt ja schon, nech?

1von12

Am Vorabend hatten wir nämlich eine neue Folge der Rechtsbelehrung aufgenommen, in der es um Schleichwerbung geht und ich war mit der Produktion bis nach Mitternacht beschäftigt. Das Gerät, was hier zu sehen ist, ist ein Kontrol F1 von Traktor, dass ich benutze um per Midi Ableton und Cubase anzusteuern. Ich feuere damit während der Sendung Intro, Outro und andere Audios ab und kann die Lautstärke von bestimmten Kanälen (alle Mikrofone vor Ort, zugeschaltete Gäste, Ableton und ein Klinkenkabel, an das Gäste ihre Geräte anschließen können) steuern. Ich erkläre das hier so genau, weil ich danach gefragt worden bin.

Der Podcast hat sich für mich doppelt gelohnt. Einerseits habe ich viel gelernt, andererseits habe ich seltsame Süßigkeiten bekommen.

2von12

Thomas Schwenke – mein Partner in Crime bei der Rechtsbelehrung – hatte mir aus Japan Kitkat in den absurdesten Geschmacksrichtungen (Wasabi und Cheesecake zum Beispiel) mitgebracht. Was die seltsam gelb-durchsichtige Flüssigkeit sein soll, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Mag jemand probieren?

Das Frühstück musste spartanisch ausfallen, weil ich zu lange getrödelt hatte, als Ersatz lieferte mir mein Kiez aber wenigstens ein Tagesmotto.

3von12

 

Gesehen in einem Friseurladen um die Ecke. Noch einer von der alten Schule. Mit Hund und rauchender Friseuse. Vielleicht verwechsele ich das aber auch mit dem *anderen* altertümlichen unverhipsterten Laden im Viertel. Gehe hier aber trotzdem nur hin, wenn es sich nicht vermeiden lässt und bin ansonsten im Kücük Istanbul oder Double Dragon. Die Haare waren aber in dem Moment noch egal, weil ich mich eh noch mal hinlegen wollte.

4von12

Im Rahmen des “Man müsste mal mehr Sport machen” halte ich es jetzt immerhin schon seit 12 Wochen durch, regelmäßig zum Yoga zu gehen. Sehr zu empfehlen, viel bessere Trainerin als bei Bikram und ich hoffe, die Motivation hält noch eine Weile an. Von dort geht es direkt zum Funkhaus1.

5von12

Die andere vernünftige Sache, zu der ich mich seit ein paar Wochen diszipliniere ist: Weniger Auto fahren. Ich nutze dann meistens den öffentlichen Nahverkehr. Und bin immer wieder darüber erstaunt, wie rückständig das alles sein kann. Zum Beispiel habe ich schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt, Tickets digital zu kaufen, aber dann immer wieder davon abgesehen, weil es keine 4er-Spar-Karten gibt. Dachte ich zumindest und stimmt auch für die App der BVG. Aber: Twitter hilft!

Das Timing zwischen Yoga und Redaktionssitzung lässt noch genau eine halbe Stunde Platz für Mittagessen. Im Deutschlandradio lohnt die sich tatsächlich – im Gegensatz zu vielen anderen Kantinen – sogar.

6von12

Dort gibt es nämlich neben den drei Standardgerichten2 immer auch ein VIP-Gericht3 Es gab “Vitello Tonnato mit Knusperkapern und Rucola”, das ist Putenbraten mit einer seltsamen Paste. Sehr, sehr lecker. Wohl gefüllt ging es auf zur Redaktionssitzung von Breitband.

7von12

War irgendwie keiner da, bis auf die geschätzte Kollegin Vera Linß und Chefin Jana Wuttke4. Dachten wir. Aber in dem Moment, in dem ich dieses Bild auf Instagram postete, wurde die Tür aufgestoßen und der Rest der Meute platzte in den Raum – die anderen hatten sich nebenan versteckt und mein Bild gesehen. Toll, dieses Social Media.

8von12

Nach der Redaktionssitzung gehen wir traditionell alle zusammen in die Kantine5 und die Chefin spendiert Kuchen. Dieses Mal sogar eine Extraportion als Belohnung für die Sendung zur re:publica 2015. (Gerne anhören, ich habe da auch einen Teil dazu beigetragen. Über Kinder. Jugendliche. Eltern. Also quasi alle, außer kinderlosen Erwachsenen.)

9von12

Auf dem Weg zurück gab es zur Belohnung noch ein Eis.6, wurde mir Microgue empfohlen. Find ich nicht ganz so hervorragend, aber immer noch sehr gut und habe es bis jetzt kein einziges Mal geschafft, dem Drachen zu entkommen. Grmpf.

12von12

Zum Abendprogramm besuchte ich mit der besten Kleinkunstdarbietungszuschauerin von Allen Fil, der im Babylon aus seinem Buch vorlas. Ich habe gelacht, bin zwischendurch einmal kurz eingeschlafen, war gut unterhalten und muss abschließend sagen: Früher war er besser. Nee, das ist Quatsch, aber ich glaube, mir gefallen seine Bühnenshows besser, als wenn er aus seinem Buch vorliest.

Das Buch “Pullern im Stehn” werde ich aber trotzdem mal anlesen, denn da gab es einige sehr genau beobachtete Szenen, die mich doch stark an Dinge erinnerten, die so ähnlich auch passiert sind. Apropos kleine Alltagsdetails: Mich sprechen ja solche kleinen Dinge wirklich an, auch wenn mir die beste Instagramfotografin von Allen mitteilte, dass ich damit wohl nie zu Social-Media-Ruhm gelangen werde. Aber es ist ein goldenes Schleifchen!

13von12

Weitere #12von12 gibt es hier: Das Nuf (Weiß auch was über das Pullern im Stehn.) – Buddenbohm (Sehr schöne Idee!) – LeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen. Habt ihr weitere Empfehlungen?

PS: Die Instagram-Embed-Funktion funktioniert nur mäßig und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

 

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  1. Die Leute, die dort arbeiten, nennen das wirklich so! []
  2. Dienstag gibt es immer irgendwas mit Hackfleisch. []
  3. Den Namen haben wir ihm gegeben, dass heisst nicht wirklich so. []
  4. aus Aluhutgründen(?) nicht im Bild []
  5. Jaja! So gut ist es da! []
  6. Welche Belohnung wofür, fragt ihr? DETAILS!)

    10von12

    Nachdem ich Hoplite wiederentdeckt habe ((Hallo Leitmedium! []

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Die Sache mit den Twitter-DM für alle

Liebes Internet, wir müssen mal reden.

Ich bin ja oft auf deiner Seite und nicke zustimmend, wenn du mal wieder forderst, dass man doch nicht jeden Mist erklären muss, schließlich sei ja diese und jene Information auf einen Mausklick zu finden. Das sei ja nicht so schwer, nicht wahr?

Ja, im Prinzip schon, aber als ich heute von der Arbeit kam, lief mir das hier über den Weg:

Krasse Nummer! Und das wo Twitter ja eh schon seit einiger Zeit gemahnt wird, dass es mal wegen der steten Trollerei und Hetze, die immer wieder vorkommt unternehmen soll.

Ja, das wäre in der Tat ein Kündigungsgrund, wenn einen jeder anschreiben könnte – gerade auf einem Medium, wo eigentlich gelernt ist, dass DM etwas sehr privates ist, im Gegensatz zu FB-Nachrichten oder Mail.

Aber, liebes Internet, das Problem ist gar nicht so schlimm, es ist nicht mal so vorhanden, wie du es in den Tweets schreibst. Guck:

“Now, Twitter said, the direct messages will operate for anyone who chooses to opt in to the feature. (…) Users can now turn on a setting that enables them to receive direct messages from anyone.”1cnet.com

Das ist übrigens genau der Artikel, der in all deinen Tweets, die auch reichhaltig retweeted wurden, verlinkt ist. Wir sind weiterhin cool, Internet, aber das nächste Mal, wenn du eine Horrormeldung retweetest oder jemand sagst, er solle doch selber recherchieren, erinnere dich bitte an diesen Moment. Wenigstens in einem von beiden Fällen, okay? Bitte? Danke. PS: Natürlich ist das eine Entwicklung, die man im Auge behalten sollte, weil sie später doch noch unschön geändert werden könnte.

Und: Das ist weit davon entfernt, eine perfekte Lösung zu sein. Ich persönlich hätte es ja lieber so eine Art “Reply-Mechanik”: Wenn ich Leuten eine DM schicke, die mir folgen, dürfen diese mir eine DM zurückschreiben, selbst wenn Sie mir nicht folgen.

Aber ich finde trotzdem, dass es nicht zuviel verlangt ist, keine Panikmache zu verbreiten. Oder?

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  1. Hervorhebungen vom Autor []

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12 Bilder vom 12. (April)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme, nehme ich das als Gelegenheit, es in einem formalen Rahmen zu tun.

Den 12. des Aprils hatte ich die Ehre mit Menschen zuzubringen, die noch nicht ganz so groß sind, was einige erstaunliche, interessante und lehrreiche Erfahrungen mit sich brachte. Nehmt zum Beispiel Ninjas, die generell als sehr gefährlich gelten, weil sie sich darauf verstehen, gleich zwei fürchterlich scharfe Schwerte zu benutzen. Aber das ist lächerlich gegen Kinder mit Luftballons.

Der Aufweckluftballon

In seiner Auswirkung auf das nichtsahnende Opfer ist das Schlaggewitter, dass durch die gleichzeitige Anwendung von zwei Luftballons auf das Ziel einprasselt, mindestens dreiundelfzigtausend Mal schlimmer. Zum Glück überlebte ich den Angriff einigermaßen unbeschadet und konnte sogar eine der Waffen sicherstellen.

Nachdem so der Traum eines volltagsfaulen Sonntags ausgeträumt war, verließen wir das Haus um zu einem gemeinsamen Frühstück zu schreiten.

Rebellion!

Die – durch die haarscharf der Todesgefahr entronnen – neu gewonnene Lebensenergie investierte ich sofort in eine rebellionistische Aktion gegen die Gentrifzierung unseres Stadtviertels.

Der aufmerksame Leser bemerkt, dass nun schon zwei bewegende, aufreibende Geschehnisse absolviert worden waren, ohne, dass bis jetzt die wichtigste Mahlzeit des Tages eingenommen worden war.

Lachsfrühstück

Nachdem sich die nähere und entfernte Familie1 in Kompaniestärke im Café Schönbrunn eingefunden hatte, konnte dieser missliche Umstand durch die Einnahme eines Lachsfrühstücks beseitigt werden.

Das Brot war gut, der Lachs war angenehm, der Sahnemerretich entsprach den Erwartungen. Überraschend war die mit Lavendel versetzte Erdbeermarmelade der besten Tischgenossin aller Zeiten, vielleicht sollte das Frühstücksblog sich diese Lokation einmal genauer anschauen. Das ich außerdem während des ganzen Frühstücks gegenüber der Kuchenvitrine saß, blieb nicht ohne Folgen.

Mohncremetorte

Die Idee Mohn mit Buttercreme zu kombinieren ist nicht schlecht, diese Umsetzung hat allerdings noch etwas Luft nach oben. Mein Vorschläg wäre die Einführung einer Fruchtschicht, da der Torte etwas frische Säuerlichkeit gut getan hätte.

Derart gestärkt ließ ich mich von den eingangs erwähnten nicht ganz erwachsenen Menschen zum Spielen nach draußen entführen. Anwesende Erziehungsberechtigte äußerten vorher die Vermutung, dass es aufgrund naher Gewässer dabei nicht ohne nasse Schuhe oder Schlimmeres abgehen würde.

Das Schuhproblem

Hochmotiviert übernahm ich daher alle gefährlichen Expeditionsaufgaben, wie zum Beispiel das Wiedererlangen von ins Gewässer verbrachter Stöcker. Nun… Der geneigte Leser wird sich denken können, wie das endete.2

So viel Einsatz musste belohnt werden! Eis! Sogar zwei Kugeln!

Dunkle Schokolade und Vanille

Die dunkle Schokolade war sehr schokoladig und die Vanille sehr vanillig. Manchmal will man ja gar nicht mehr.

Nachdem der “Draußen”-Teil des Tages damit abgeschlossen war, plünderte ich die Mitbringsel, die ein verspäteter Osterhase noch bei uns abgeworfen hatte.

Das war schon… seltam.

Noch ansehnlicher war das biologische Experiment, dass eine der nicht ganz so großen Menschen in ihrer Dose vollführt hatte. Weil für wissenschaftliche Experimente die Nachvollziehbarkeit wichtig ist: Einfach am Beginn der nächsten Ferien die Schultasche nicht ausräumen.

Das Experiment

Ihr dürft in den Kommentaren gerne raten, was das ist/war.

Während das biologische Spezialteam die Küche kärcherte machte ich mich an den Aufbau des Abendprogramms.

Fiat Lux!

Eigentlich wurde der Beamer für die neue Season von “Game Of Thrones” gebraucht, ich wollte aber die Gelegenheit gleich nutzen, um mir die aktuellen Gratisspiele bei Playstation Plus anzuschauen. Ich tendiere nämlich dazu, dass gerne mal zu verpeilen.

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Was ich natürlich nicht bedacht hatte, sind die elend langen Wartezeiten des Playstation-Networks. Die Zeit wurde aber gleich gut genutzt und dieser Artikel begonnen.3

Blogception

Leider ließ Motivation und Downloadrate stark zu wünschen übrig, deswegen wurde dann zum abschließenden Unterhaltungsprogramm übergegangen.

Better call him!

Die letzte Folge der ersten Staffel war für mich eine herbe Enttäuschung, weil da etwas passierte, was so gar nicht zu dem passte, was im Rest der Staffel aufgebaut worden war. Falls ihr da einen guten Erklärungsversuch habt, immer her damit.

Ansonsten war es einigermaßen anstrengend wirklich zwölf Bilder zu finden. Das liegt auch daran, dass ich nicht wirklich alles posten will4.

Weitere #12von12 gibt es hier: BuddenbohmLeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen. Habt ihr weitere Empfehlungen? Bin selber noch nicht ganz sicher, ob ich das im nächsten Monat wieder mache. Meinungen?

PS: Die Instagram-Embed-Funktion funktioniert nur mäßig wirklich und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

 

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  1. alleine die innerfamiliären Zusammenhänge dieses Tages aufzuschlüsseln, würde ein Lexikon füllen []
  2. Spoiler: Die dunklen Flecken auf meinen Schuhen sind Wasser. []
  3. Ja, das ist ein bisschen cheating. Aber wie soll ich sonst auf 12 Bilder kommen! Das ist gar nicht so einfach! []
  4. Es gibt noch ein sehr schönes Bild mit einem nicht ganz so großen Menschen, aber das gehört halt auch nicht hierher. []

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The Problem with Action Movies Today

Seit Tagen habe ich diesen Tab offen, in dem dieses wunderbare Video hängt, in dem Chris Stuckmann ganz prägnant erklärt, was mit Actionfilmen nicht stimmt und ich dazu immer noch mal was Schlaues schreiben wollte, aber irgendwie will mir nichts einfallen und der Tab setzt schon langsam an und deswegen müsst ihr das jetzt selber gucken. Einfach so. Bitte schön:

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12. Bilder vom 12. (März)

Jemand™ hat sich mal ausgedacht, dass man ja mal an einem Tag im Monat seinen Tag verinstagrammen und dann verbloggen könnte. Ich bin immer wieder durch Caspar darauf gestoßen worden. Und weil ich den Gedanken des persönlichen (Be)Schreibens eigentlich sehr sympathisch finde, aber da selten zu komme und das außerdem oft mit meinem Aluhut kollidiert, hat es eine Weile gebraucht…

Aber jetzt geht’s los!

15.3.1

Ich bin viel zu früh aufgewacht, aber so hatte ich wenigstens Zeit, mal den Comic “sommerblond” zu lesen. Drei sehr authentische Geschichten über persönliche Kämpfe und soziale Beziehungen. Wirkt so authentisch, dass ich am Anfang geglaubt habe, dass sei (auto)biographisch, was dann tatsächlich auch eines der Testimonials auf der Rückseite war. Empfehlenswert!

Nach zweieinhalb Jahren ist das Haus auf dem Nachbargrundstück zwar fast fertig1, aber aus irgendeinem Grund fängt der Baulärm jetzt noch mal richtig an2.

15.3.3

Heute ist es soweit! Card Crawl, ein kleines iOS-Spiel aus Berlin wird endlich offiziell veröffentlicht. Ich durfte schon eine Preview-Version spielen und scheitere ganz knapp daran, den Weltrekord der Weltmeisterin zu knacken. Argh. (Dazu gibt es auch ein YouTube-Video und einen Podcast mit der Weltmeisterin und den Machern von mir.)

15.3.4

Zum Frühstück sollte es Rührei mit Zwiebeln, gründen Paprika und arabischen Rindfleischwürstchen geben. Als alles fertig war, stellte ich fest, das kein Ei im Haus ist. Nun… War trotzdem lecker.

15.3.5

Der Rest des Vormittags ist der Erwerbsarbeit gewidmet. Gerade arbeite ich unter anderem daran, Social-Media-Auftritte zu analysieren und zu bewerten. Und bin immer wieder erstaunt, wie viel Zeit man da in Tabellen verbringt, da auch die gute alte Quote im neuen Gewand – zum Beispiel als Interaktionsrate – eine wichtige Rolle spielt.

15.3.6

Danach steht ein Familienbesuch an, der ungefähr zwei Stunden Autobahnfahrt erfordert. Der Wegproviant (Karottenvollkornbrot, Manchego) kommt aus dem Frischeparadies, in das ich eingefallen war, weil eine der großen Nahrungsmittelfragen ist: Gibt es wirklich leckeres Vollkornbrot? Wo bekomme ich spanischen Hartkäse her?

15.3.7

Diese Woche gab es Schwerpunktverkehrskontrollen gegen Gurtmuffel und Handyeinsatz am Steuer. Glücklicherweise war der Motor aus und ich war ja auch Beifahrer. Der Herzen. Ahem.

15.3.8

Was ich mir auch schon lange vorgenommen hatte: Endlich mal die Folge Leitmotiv zu hören, in der das Nuf zu Gast war. Hätte ich das nur alles früher gewusst!

15.3.9

Fühle mich langsam verfolgt. Wohin auch immer ich komme: Baustellen. In diese Straße fahre ich seit Jahren. Hier war noch nie eine Baustelle. Noch nie! Was ist da los?

15.3.10

“Sollen wir die Decke nicht mal austauschen? Ich mein, ist ja noch ein bisschen hin, oder?” – “Ja, ist schlimm, ne? Aber nee, lass mal liegen, die ist abwaschbar, das ist so schön praktisch.”

15.3.11

…und dann wieder Rückweg. Ohne Kaffee und Energydrink! Rekord! Der Beifahrer tobt sich derweil aus und ich wünschte, es gäbe auch ein paar Filter für das Berliner Stadtbild.

15.3.12

Zu Hause wartet dann der erste Teil des Fanpakets zu Hotline Miami 2: Wrong Number auf mich. Der Rest liegt noch beim Zollamt, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag.

Nachwort: Die Instagram-Embed-Funktion hat nicht wirklich funktioniert und auf der Webseite kann man die Fotos nicht einfach so rechtsklicken, was ich relativ frustierend finde. Abhilfe schaffen Iconosquare (Bilder) und Dredown (Videos).

Weitere #12von12 die mir über den Weg gelaufen sind: Das NufBuddenbohmLeitmediumFrau MierauDraußen nur Kännchen. (Bis jetzt kenne ich das vor allem aus Elternbloggerkreisen. Wo gibt es das noch?

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  1. Yay! Gentrifizierung! \o/ []
  2. Jaja, das ist ein Cheat, weil das Video vom 11. ist, aber am 12. war es ganz genauso! Ich schwöre! []

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Talk & Play #11 – Lieblingsspiele

Gestern war wieder Talk & Play eine Veranstaltungsreihe für Spieleentwickler und Spieleinteressierte, die regelmäßig unregelmäßig in Berlin stattfindet und bei der ich viel zu selten bin. Das Event ist immer zweigeteilt: Erst Vorträge, dann können Entwickler ihre Spiele vorstellen.

Die Vorträge kamen dieses Mal Allan Cudicio (Entwurf einer Kategorisierung für Spielesettings), Ruth Bosch (Wie man auf einem Game Jam nicht in Panik verfällt) und Markus Kaikkonen (Finanzierung von Mobile Games am praktischen Beispiel) und außerdem gab es Livemusik von Alfred Ladylike (mit Ukulele und einem etwas… experimentellen Stück).

Damit der Rest der Welt auch was davon hat (also außer der ausführlichen Dokumentation) hier noch die drei Spiele, die mich am meisten begeistert haben:

RGB Express
Ein kleiner abstrakter Puzzler mit süßen LKWs. Das Beispiel an dem erläutert wurde, wie wenig Geld man mit einem sehr soliden Spiel verdienen kann. Ich hab es mir runtergeladen, um zu schauen, worum es dabei geht, und muss sagen: Lohnt sich definitiv, wird schnell schwer und gibt es für Android und iOS.

Card Crawl
Eine Kartenspiel von Tinytouchtales (sie erinnern sich vielleicht an diesen Podcast-Auftritt), dass aber eigentlich ein Dungeoncrawler ist. Man spielt nicht gegen einen anderen Gegner, sondern muss 54 Karten überleben, die einem per Zufall in 4er-Sets ausgespielt werden. Ich hab es nur kurz ausprobiert, mich hat neben der Spielmechanik vor allem das Design der Karten begeistert.

The Curious Expedition
Ich habe das Spiel dieses Mal zugegebenermaßen nicht vor Ort ausprobiert, weil ich es schon auf der GamesCom testen konnte und die Zeit knapp war. Maschinen-Mensch, die Macher, haben aber die Veranstaltung genutzt, um den Sound einer jubelnden Menge für ihr Spiel aufzunehmen und ich bin wieder daran erinnert worden, was für ein cooles Konzept hinter der prozeduralen Welt, der Spielmechanik und dem ausgewogenen Cast steckt. Probiert es selber aus, dieses Wochenende kann man kostenlos spielen.

PS: Im Vortrag von Ruth Bosch sprach sie immer wieder über das Spiel “Flirtevator”, dass auf dem letzten Global Game Jam entstand, dass ich aber gestern nicht gefunden habe. Glücklicherweise hat mich Lorenzo Pilia (der Talk & Play organisiert) nochmal drauf hingewiesen:

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Der Replikant (Presseschau)

Robot on the Taff von John Greenaway unter CC BY-SA
Falls Ihr euch fragt, was es mit diesen seltsamen Bots auf sich hat, um die es gerade bei Twitter geht: Es gibt einen auch von Halblaien nachvollziehbaren Weg, wie man sein eigenes Twitter-Archiv herunterladen und an einen Algorithmus verfüttern kann, der daraus neue 140-Zeichen-Nachrichten erstellt, die aus Versatzstücken der Originaltweets bestehen.

Es gibt außerdem einen einfachen Weg wie ein Programm diese so entstandenen Tweets tatsächlich bei Twitter abliefert und in einem beliebigen Account wieder in die Welt setzt. Obendrauf gibt es ein bisschen Zusatzmagie, die macht, dass der so entstandene Twitterbot auch faven, antworten und sogar DMs verschicken kann, wenn man das will. Warum das gerade jetzt vermehrt auftaucht: Es gibt Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die es schnell möglich machen, sich einen eigenen Bot zu bauen. Ich bin darauf durch Mina (@lasersushi) gestoßen, die schön über ihre Replikantin @mina_ebooks als “Das bessere Ich” gebloggt hat. Deswegen haben wir Sie auch bei Trackback für ein kurzes Interview verhaftet, können allerdings nicht nachweisen, dass wir mit der echten Mina gesprochen haben.

Wenig später gab es noch den biographischen Hintergrundartikel “Mein neuer digitaler Freund mit Spamschutz und schlechter Laune: Ich”  von Caspar (@leitmedium), dessen Replikant @leitmarvin sich als sehr mürrisch herausstellte.

Schnell entstanden weitere Replikanten in meiner Timeline (Original): @nufbot (@dasnuf), @ADoorAreBell (_Adora_Belle_), @Chief_Vanilla (@vanilla_chief) und @TheRealHerrFabu (@herrfabu), der aber noch in Arbeit ist.

Spannend daran ist, dass ich gehört und beobachtet habe, dass sich die Originale in den Versatzstücktexten ihrer Replikanten wiederfinden. Und ich glaube, die Textstreams die dadurch entstehen, bergen für manches Original die Versuchung, darin Dinge zu verstecken, die man vielleicht immer mal schon sagen wollte, aber dann doch lieber auf den Bot schiebt. So könnte durch Handarbeit der Replikant zwar nicht zum besseren, aber vielleicht zum authentischeren Original werden.

Falls ihr euch selber daran versuchen wollt: Ich bin ohne große Probleme diesem HowTo gefolgt. Um die Kommunikation richtig zu starten erwähnt ihr euren neuen Replikanten in eigenem Tweet und packt am Besten noch ein paar andere Replikanten rein, dann geht es relativ schnell los.

PS: Die meisten dieser Bots laufen auf persönlichen Rechnern, nicht auf Servern, sind also nicht immer online.
PPS: @monokzieht (@monoxyd)

PPS: Hilfreicher Hinweis von Twitter. (Bei mir war es schon installiert, deswegen ist mir das nicht aufgefallen.)

Bildnachweis: “Robot on the Taff” von John Greenaway unter CC BY-SA.

Nachtrag: Noch eine ausführliche Ermunterung einen Bot zu bauen, auch wenn man sich vielleicht nicht traut, weil man Angst vor der Kommandozeile hat: “Mein semiwitziges, künstliches Ich” vom Nuf. Und ich habe für die Sendung Breitband einen Bot bauen dürfen, der sogar auf Heroku läuft: @breitbandbot (@breitband).

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